No Ballet in Ludwigshafen
Von einem Verbot kann keine Rede sein. Juliane Rößler, Initiatorin und Künstlerische Leiterin des «1. Internationalen Choreographie-Wettbewerb Ludwigshafen», fände es vielmehr «genial», wenn jemand aus dem klassischen Fundus etwas Neues schüfe.
Denn dafür stünde der provokante Titel «No Ballet» – wie überhaupt das künstlerische Credo des Concours, «Reduce to the Max»: für eine Konzentration auf das Wesentliche und das «Schaffen einer zeitgenössischen und vor allem unverwechselbaren eigenen Tanz- und Bewegungssprache – jenseits etablierter Tanztechniken und des herkömmlichen Bewegungsrepertoires». Tatsächlich hat sich kein Bewerber von dem durchgestrichenen Spitzenschuh von einer möglichen Teilnahme abschrecken lassen: dem inzwischen auch in Ballettsälen beliebten Logo. Auf der Bühne des Pfalzbau-Theaters fand allerdings kein Einziger Gnade. Die 18 Beiträge, die Hausherr Hansgünter Heyme, Choreograf Joachim Schlömer, Juliane Rößler und deren Assistentin Ellen Kokaras unter den rund 300 Video-Einsendungen für konkurrenzfähig erachteten, bewegten sich mehr oder minder frei zwischen den Extremen des Etablierten und Experimentellen. Entsprechend schwierig die Urteilsfindung einer Jury, ...
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