Mobilität
mobilität ist ein Zauberwort – für die Beamten der Europäischen Kommission. Um Europa zu einigen, soll sich die Bevölkerung mischen, mögen Italiener in Irland oder Polen in Portugal arbeiten, wie einst im Mittelalter die Handwerksburschen auf die Walz gingen. Denn daheim war die Arbeit ausgegangen. Längst fordern sämtliche Kontaktstellen für die Kulturförderung der EU nachdrücklich auch Tänzer und Choreografen dazu auf, von Theaterhaus zu Tanzhaus zu ziehen.
Dafür bilden lokale Kulturhäuser, die sich nun «Residenzen» nennen, immer neue Verbünde und wechselnde Netzwerke, um den von Berufs wegen mobilen Tänzern ein nomadisches Leben zu ermöglichen. Damit sie – zweites EU-Stichwort: Bildung – Erfahrungen von Faro bis Rovaniemi machen. Wie selbstlos!
Zahlreiche Förderinitiativen konkurrieren um den europäischen Geldtopf, der immer wieder seinen Namen wechselt und ein Heer von Beamten beschäftigt, weil auch arme Gemeinden erkannt haben, dass EU-Gelder selbst dann fließen, wenn sie nur wenig bieten können: eine Gästewohnung, eine zum Tanzstudio umfunktionierte Turnhalle, ein Taschengeld. Im Nebeneffekt, hofft mancher, gibt es zudem ein Gastspiel gegen Brot, ein Event für ein Ei. Aber wie ...
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