Marco Goecke
Dass ich Marco Goecke einmal zu meinem «Hoffnungsträger» 2006 ernennen könnte, habe ich nach Kenntnis der ersten Arbeiten, die ich von ihm sah – «Blushing» bei Pina Bauschs Festival 2004, das Stuttgarter «Sweet Sweet Sweet» im Februar 2005 – nicht geahnt.
Wirklich überzeugt von Goeckes weit überdurchschnittlichem Talent hat mich erst sein Ballett «Der Rest ist Schweigen», das er im Herbst 2005 in Konkurrenz zu, immerhin, Ed Wubbe für Rotterdams Scapino gemacht hat: ein 40-Minuten-Stück, das seine fünf Tänzerinnen und zehn Tänzer in Michaela Springers raffinierten Kostümen, die mal den Rücken, mal die Brust nackt erscheinen lassen, auf halbdunkler Bühne vorwiegend in der Rückenansicht präsentiert. Mit Bewegungen, wie sie das Ballett vorher nicht gekannt hat, tobt und zittert, wogt und wallt das Stück, als habe der Biss der sprichwörtlichen Tarantel die Tänzer In Bewegung gesetzt. Rhythmisch und perfekt ausbalanciert schwankt die Choreografie, zu Ryan Lawrences Mundharmonika-Klängen und Stephen Fosters sanften Liedern, zwischen hohem Tempo und gelassener Ruhe, und auch vor ausgedehnten Passagen der Stille hat sie keine Angst. Der junge Mann kann mit Musik und mit Bewegung umgehen, ...
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