Marco D’Agostin «Asteroide»

Barcelona

Tanz - Logo

Fünf Jahre nach seinem Erfolgsstück «Best Regards» kehrt Marco D’Agostin mit einer wagemutigen Ein-Mann-Show namens «Asteroide» zurück: Singend und natürlich tanzend steht er 90 Minuten lang nonstop auf der Bühne und versprüht sein außergewöhnliches Talent. Das paradox anmutende Setting, ein Mix aus Wissenschaft (genauer: Paläontologie und Geologie) und der Welt der Musicals mit ihren Codes der «leichten» Unterhaltung funktioniert hervorragend und sorgt für spontane Überraschungseffekte.

Überraschend kam auch der Asteroid, der vor 66 Millionen Jahren auf unserem Planeten einschlug. Jener Crash im Mesozoikum, dort wo sich heute die Yucatan-Halbinsel befindet, teilte die Geschichte des irdischen Lebens klar in ein Davor und ein Danach, als er die Dinosaurier auslöschte und das Zeitalter der Säugetiere einläutete, das Känozoikum, unsere Erdneuzeit. Wir sind die Wirklichkeit, auferstanden aus der Asche dessen, was uns voranging: Das will D’Agostin, verkleidet als durchgeknallter Paläontologe, uns in «Asteroide» vermitteln. Von Fossilien spricht er ebenso wie von Iridium, schließlich nimmt er die potenziell tödlichen Kollisionen in unserem Dasein ins Visier, persönliche (zum Beispiel ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2025
Rubrik: Kalender, Seite 45
von Maria Luisa Buzzi

Weitere Beiträge
Backlights 7/25

München
LIGIA LEWIS « STUDY NOW STEADY»
Plötzlich ist eine der drei Performer*innen ganz nah, blickt mich direkt an. Bevor ihr Körper zusammensackt, ihr Kopf auf meinem Arm. Schließlich löst sie sich und fügt sich wieder in den Rhythmus ein, den die anderen Performenden durch das Klopfen und Verschieben ihrer Körperteile auf Wänden und Boden erzeugen.

«study now...

Revelations

«What if Women Ruled the World?» heißt das interaktive partizipatorische Projekt, das Judy Chicago, US-amerikanische Pionierin der Feministischen Kunst, zusammen mit der russischen Künstlerin und Aktivistin Nadya Tolokonnikova, Gründungsmitglied von Pussy Riot, 2020 ins Leben gerufen hat. Das Titel-Banner bildet den Endpunkt der Ausstellung «Revelations», die mit...

Adieu Yuri Grigorovich

Choreografisches Genie gehört zum Seltensten auf Erden. Es ist unersetzbar. George Balanchine (1904 – 1983) hat beim New York City Ballet eine Lücke hinterlassen, die auch nach vier Jahrzehnten nicht gefüllt erscheint. Der Tod seines russischen Antipoden, Yury Nikolayevich Grigorovich (1927 – 2025), wird noch schlimmere Folgen haben. Seit Valery Gergiev nicht nur...