Marco da Silva Ferreira «F*cking Future»

Madrid on tour

Tanz - Logo

Einzelne Beats, irgendwo zwischen Echolot und Herzschlag. Die acht Tänzer*innen schreiten, schlendern, stapfen über den schimmernden Boden, die Fußspitze immer voran, bevor der ganze Fuß folgt. Am Ende jeder der fließenden, rollenden Bewegungen steht ein Ruck, ein Störmoment, der diesen Figuren etwas Roboterhaftes verleiht. So entwickelt sich dieser Marsch immer weiter, wird variantenreicher, schneller, ausgefeilter, verschraubt sich zunehmend mit- und ineinander, passend zum komplexer werdenden Soundmix von Rui Lima und Sérgio Martins.

Sein neues Stück «F*cking Future» präsentierte Marco da Silva Ferreira nun als Deutschlandpremiere im Essener Pact Zollverein.

Die glitzernden Hosen und rückenfreien Kettenhemden reflektieren schön die flirrenden Lichter: Ritter des Rhythmus, Mitläufer, Konformisten, Nachtschwärmer, vereint im treibenden Beat, der hier durch Mark und Bein geht. Sie sind stets in Bewegung, stets in Formation, die jedoch kleine individuelle Regungen zulässt. Das Publikum sitzt an vier Seiten, und Silva Ferreira versteht es gut, allen gerecht zu werden. Mit ihren rot geschminkten Augen, die wie blutunterlaufen wirken, blicken die Performer*innen streng ins Publikum, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2025
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Marion Meyer

Weitere Beiträge
Lebensalter

«Brel», das ist ein Tanzabend, der im Wesentlichen auf einer Aneinanderreihung von Liedern des weltberühmten belgischen Chansonniers und Schauspielers Jacques Brel beruht – ziemlich ungewöhnlich für eine Arbeit von Anne Teresa De Keersmaeker. Ebenso ungewöhnlich wie der Umstand, dass die Choreografin, die im Oktober auch mit dem «Praemium Imperiale» (gehandelt als...

Unendlich

Seine Kunstwerke sind so rasant und reißend wie seine Gedankenströme: Sturzfluten von Ideen, Neugier und schierer Brillanz. Mit seiner Gabe, künstlerisches Neuland zu betreten und mit neuesten Technologien zu experimentieren, hat sich der Choreograf Wayne Mc-Gregor der Aufgabe verschrieben, den menschlichen Körper innerhalb der digitalen Möglichkeitsräume am Anfang...

Geschenkte Gäule

Klaus-Michael Kühne, mit einem Vermögen von 38,9 Milliarden Dollar der aktuell zweitreichste Deutsche, ist stolzer Hanseat. Und Opernfan. Weil Kühne das (auch vom Hamburg Ballett genutzte) Opernhaus im Hamburger Zentrum nicht gefällt, will er der Stadt ein neues Gebäude schenken. Schon 2022 ging der Unternehmer mit diesen Plänen an die Öffentlichkeit, die Politik...