Mannheim on tour: Misato Inoue, Félix Duméril «Swan@lake»

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Ach, Schwan. Der ist nicht tot zu kriegen als Stellvertreter fürs klassische Ballett. Doch wie das Choreografenpaar Félix Duméril und Misato Inoue mit ihrer kleinen Company T42dance aus Bern ihn aufspießen und zappeln lassen, das geht auf: Sie mischen Spaßiges mit Ernstem. Die nicht überbordende Fülle von Ideen, das gute Timing, das tänzerische Können als Mittel zum Zweck – all das zeugt von erfahrenen Bühnenkünstlern.

Der Titel «Swan@Lake» lässt Digitalverrenkungen befürchten, aber sowas kommt nicht vor; stattdessen, gemäß dem Untertitel «A Tale of Obsessions», einiges furchtbar und lächerlich Zwanghafte der Ballettwelt, was letztlich nicht nur für sie gilt. Hallo Selbstoptimierung.

Das Stück, das im Oktober 2019 im Theater Felina-Areal in Mannheim Premiere feierte, fährt zunächst eine Ballettstange auf. Ein Stängchen, an dem vier Tänzer Halterung und Trainierende zugleich sind. Neben Duméril und Inoue stehen Michael Bronczkowski und Pietro Cono Genova da, eng, jeder versucht die anderen zu ignorieren, fährt Port de bras aus, battements, pliés, übt so vor sich hin, an der Musik vorbei, einer Soundcollage aus obsessiv wiederholten «Schwanensee»-Klängen. Neben dieser Realität ...

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Tanz März 2020
Rubrik: Kritik, Seite 42
von Melanie Suchy

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