Lloyd Newson
Brixton ist ein Stadtteil von London. Jamaikaner leben hier, Schwule im Exil, weil Homosexualität im Rasta-Paradies mit hohen Strafen geahndet wird. Ein homosexueller Jamaikaner, der in Brixton auf einen heterosexuellen Jamaikaner trifft, erkennt schnell: Alte Kulturen sind stärker als die Rechtslage in England. Sein Leben hängt am seidenen Faden.
Auf die Uraufführungsbühne im Berliner Haus der Festspiele projiziert Lloyd Newson eine Weltkugel, unterteilt die Welt in intolerante und tolerante Regionen wie Südafrika.
Dort chauffierte Nelson Mandela in seiner Jugend einen schwulen Weißen, wandte die Revolution der Anti-Apartheid auch auf Homosexuelle an. Länder wie Iran und Saudi-Arabien haben, eine halbe Drehung der Weltkugel weiter, fürs Schwulsein nur die Todesstrafe übrig.
Wie an einer Perlenkette treten sie bei Newson auf: Lesben , Schwule, Breaker aus den USA, Bharata-Natyam-Tänzer aus Pakistan, Springseilartisten aus Europa – Migranten, deren sexuelle Orientierung sie zwang, die Nation zu wechseln. Noch immer sind sie mit der Kultur des Glaubens konfrontiert. Ein Muslim, dessen Koran (wie das Alte Testament) die Päderastie verurteilt, muss seine Homosexualität «enthaltsam» ...
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