Leipzig: «Die Märchen der Gebrüder Grimm»
Berührungsängste gibt es in Leipzig jedenfalls nicht. Wenn in der Pause das Märchenpersonal der Gebrüder Grimm ausschwärmt ins Publikum, gehen selbst die kleinsten Zuschauer auf Tuchfühlung, und auch unter den größeren gibt es welche, die sich liebend gerne einmal ablichten lassen mit Hänsel und Gretel.
Beide machen auf der Bühne den Anfang, kaum dass Michael Sens das Wort ergriffen hat. Der Kabarettist ist nicht allein der Librettist und Dramaturg des Abends.
Die «Grimms» verkörpernd, zeigt er sich auch mal von der roten, mal von der blauen Seite und nimmt damit die Fragen wie die Antworten einer kindlichen Klientel vorweg – immer in Reime gefasst, durchaus zeitbewusst und natürlich nicht ohne Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. «Die Märchen der Gebrüder Grimm» stehen schließlich nicht für sich. Themen wie Armut, Einsamkeit, Neid, Sorglosigkeit, Geschicklichkeit, Zuverlässigkeit, Mobbing, Schlaf, Hunger oder Fleiß können in ihnen bildhafter vermittelt werden als in jedem beliebigen Lehrprogramm. Insofern war Ballettchef Mario Schröder gut beraten, die Musikschule Leipzig «Johann Sebastian Bach» an der Aufführung zu beteiligen. Schülerinnen des Fachbereichs Tanz mischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 42
von Hartmut Regitz
Jordi Moragues Massanet hat sich davongemacht. Im April vergangenen Jahres vertauschte der Spanier das frohsinnige Köln mit dem derzeit eher trübsinnigen Athen. Wieso? Vielleicht weil er dort ideale Bedingungen für seine Profession findet: Wirtschaft vor dem k.o., Finanzen im freien Fall, Politik im Dauerkrisen-Modus, galoppierende Schwindsucht der Gehälter,...
biografie georgette tsinguirides
Siebzig Jahre ein und demselben Ensemble anzugehören, das muss eine(r) Georgette Tsinguirides erst einmal nachmachen. Aber nicht nur ihre lebenslange Bindung ist ein Unikum. Auch die Umstände, unter denen ihr Engagement zustande gekommen ist, sind ungewöhnlich. Am 1. Dezember 1945 wird die 17-Jährige als «Chortänzerin-Anwärterin» von...
Demis Volpi, Sie arbeiten gerade in Antwerpen am «Nussknacker», bereiten für das Stuttgarter Ballett eine «Salome» vor: zwei abendfüllende Werke in einer Spielzeit. Wollten Sie nicht weniger machen?
Ich mache wesentlich weniger, weil ich nicht mehr selbst die Einstudierung meiner Stücke betreue. Ich beschäftige mich nur mit diesen beiden neuen Stücken. Und mache...
