Kurswechsel

Berlin ist diverser als der Berliner Kulturbetrieb – und das gilt für ganz Deutschland. In der Hauptstadt leistet die Beratungsstelle «Diversity Arts Culture» Hilfe beim Turnaround. Wie das geht, berichten zwei Fachfrauen im Gespräch.

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Diversität ist noch immer ein Desiderat. «Diversity Arts Culture» soll dem Kulturbetrieb beim Umsteuern helfen – können Sie, Cordula Kehr und Eylem Sengezer, kurz beschreiben, was Sie tun?
Eylem Sengezer: Ich bin Referentin für Öffnungsprozesse in Kultureinrichtungen, was Beratung umfasst, aber auch beispielsweise die Konzeption von Leitlinien ...
Cordula Kehr: ... und ich sorge vor allem für die Kommunikation.

Lassen Sie uns zunächst das Grundsätzliche klären: Ist Diversität im Kulturbetrieb eher Pflicht oder Kür?
Sengezer: Pflicht, weil eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung. Wir leben in einer diversen Gesellschaft, was sich in den kulturellen Strukturen, Institutionen und Programmen nicht unbedingt widerspiegelt. Damit läuft der Kulturbetrieb Gefahr, an gesellschaftlicher Relevanz zu verlieren.
Kehr: Für mich steht es fifty-fifty: Diversität ist Pflicht, weil es gesetzliche Rahmungen dafür gibt. Darüber hinaus hat Diversitätsentwicklung ein großes künstlerisches Potenzial – damit beginnt die Kür.

Kunst und Kultur eilt der Ruf des Fortschrittlichen voraus. Täuscht der Eindruck, dass die Branche diversitätspolitisch eher hinterherhinkt?
Kehr: Im Selbstbild des ...

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Tanz Februar 2021
Rubrik: , Seite 43
von Dorion Weickmann

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