Kontakthof
Frühsommer in Berlin. Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch ist mit «Kontakthof – Echoes of ’78» zum Theatertreffen eingeladen, Meryl Tankard und Salomon Bausch trinken Tee vor ihrem Hotel, nahe dem Haus der Berliner Festspiele. Tankard möchte im Schatten sitzen, weil ihre Haut empfindlich sei, allerdings stellt die Australierin schnell fest, dass die Sonne in Mitteleuropa nichts so aggressiv brennt wie in ihrer Heimat. Alles gut.
Es war ja schon Pina Bauschs Idee, «Kontakthof» noch einmal mit den Tänzer*innen von der Uraufführung 1978 nachzuinszenieren.
Meryl Tankard: Naja, Pina sagte, dass man das nach 30 Jahren machen sollte. Jetzt sind es 47 Jahre seit der Uraufführung. Das ist schon etwas anderes.
Weshalb denken Sie, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist?
Tankard: Salomon Bausch fragte mich, ob ich in der Originalproduktion mitspielen würde. Er sprach auch mit Jo Ann Endicott, und wir dachten beide: «Vielleicht ist es jetzt etwas spät? Warum sollten wir das machen?» Also habe ich mir überlegt, dass man das Thema anders angehen sollte. Ich schaute mir das Filmmaterial an, das damals gedrehte Rohmaterial, damit ich mich an die Uraufführung erinnere. Und dann erschien mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2025
Rubrik: Kreislauf, Seite 130
von Falk Schreiber
Die Alarmstimmung schlägt um in blankes Entsetzen. Frankreichs Geldtöpfe für die Kultur trocknen aus wie die Camargue im Zuge des Klimawandels – und schon kündigen Theater an, ihre Pforten schließen zu müssen. Bedroht sind vor allem die kleineren Spielstätten, während die großen Häuser Kürzungen hinnehmen müssen und die Compagnien am Scheideweg stehen. Viele dieser...
Bereits zum zweiten Mal ist die Wahl auf Marcos Morau gefallen: Wie schon 2023 ist der glänzende Metteur en scène aus Valencia auch in diesem Jahr zum «Choreografen des Jahres» gewählt worden. Mit Anfang 40 kann Morau eine so rasant wie steil verlaufende Karriere vorweisen. Sein unverwechselbarer Theaterstil ist frei von Selbstgefälligkeit und stößt bei einem...
Johanna Bormann hat zwei Arbeitsplätze. Der eine ist bequem zu erreichen, es ist ihr Zuhause: Homeoffice in Berlin und München. Und der andere ist auf dem Parkett – wahlweise im Opernhaus, im Theater, im Museum. Ich kann sie mir gut vorstellen beim People‘s Business. Elegant gekleidet, wach, gut gelaunt und informiert, pflegt sie vor und nach einer Aufführung,...
