jean-christophe maillot
Abschiede gibt es immer wieder. Für Jean-Christophe Maillot allerdings beginnt mit «Les adieux» eine Erfolgsgeschichte, die noch längst nicht abgeschlossen ist. Am 22. Dezember 1986 stellt sich der damalige Direktor des Centre Chorégraphique National de Tours an seiner späteren Arbeitsstätte mit einem Ballett vor, das noch nicht unbedingt Weltbewegendes an sich hat.
Aber es trägt dem gerade mal 26-Jährigen immerhin das vertrauensvolle Angebot ein, sich im Auftrag der Ballets de Monte Carlo mit dem «Wunderbaren Mandarin» an eines der schwierigsten Stücke der Ballettliteratur zu wagen. Sich der Möglichkeit seines Scheiterns immer bewusst, nimmt der Schüler John Neumeiers die Herausforderung an – und stellt ein halbes Jahr später einen Bartók auf die Beine, über den selbst ein so gestrenger Kritiker wie René Sirvin ins Schwärmen gerät: «Jean-Christophe Maillot hat ein starkes Werk geschaffen, das wunderbar der Musik, ihrer Macht und dramatischen Spannung folgt», schreibt er seinerzeit im Pariser «Figaro». «Die Konstruktion ist makellos, die Interpretation absolut bemerkenswert.»
Und er hat recht: Schon in seinem Jugendwerk sucht Maillot die Vergangenheit so zu vergegenwärtigen, dass ...
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Tanz Juli 2013
Rubrik: menschen, Seite 18
von Hartmut Regitz
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