In Beugehaft
Kaum Licht, der Boden schwarz, von feucht schimmerndem Torf bedeckt. Auf einem leuchtend roten Tuch eine Frau. Dann das Ensemble, das sich umgehend in zwei Gruppen spaltet: Frauen in kurzen durchsichtigen Kleidern, die sie immer wieder ruckartig hochschlagen und sich dabei entblößen, Männer in langen schwarzen Hosen. Der Raum vibriert vor Spannung, die in Strawinskys dissonanter, irregulärer Musik widerhallt und verstärkt wird.
Wie von Naturgewalt gepackt, beginnen die Körper sich im Rumpf zu biegen und zu werfen, die Arme in riesigen Schwüngen auszufahren und das Vokabular der Moderne bis zum Äußersten zu dehnen.
Immer wieder bricht eine aus der Frauengruppe aus und umkreist einen einzelnen Mann. Irgendwann liegt er auf dem roten Tuch, ehe es zusammengeknäuelt zwischen den Frauen hin und her wandert. Die Unruhe erhöht sich: Einzeln tritt jede von ihnen vor den Mann, der sich stocksteif bewegt. Ein gemeinsamer Reigen setzt sich in Gang und fällt wieder auseinander. Die Frauen setzen immer schärfere Akzente, ihre Schritte durchpflügen den Boden. Alle geraten außer sich, bespringen sich in wilden Pas de deux, als der Mann einer der Frauen das Tuch, das sich als Kleid entpuppt, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
2001. Don DeLillo veröffentlicht in New York seinen Roman «The Body Artist». Es ist die Geschichte der Avantgarde-Künstlerin Lauren Hartke. Zurückgezogen in einem einsamen Landhaus versucht sie, den Selbstmord ihres Ehemanns zu verwinden. Trotz ihres Bedürfnisses nach Einsamkeit nimmt sie sich eines Obdachlosen mit autistischen Zügen an, der sich im Haus...
You may know that in the last few years there has been an explosion of interest in the study of mind. In particular, there has been a blossoming of studies of consciousness, of the subjective aspects of our mental lives, of experience. Much of this work has been interdisciplinary. How could it not be? Philosophers, psychologists, neuroscientists, not to mention...
Music is no stranger to the work of Vera Mantero, the Portuguese choreographer who decided to start singing in 2000, performing material from the classic American repertoire to songs by Brazilian composer Caetano Veloso and the Zen universe of Portuguese poet Herberto Hélder. Some of her previous choreographies already established a relationship of dependency on...
