Hofesh Shechter «Political Mother»
Die Oper kann es nicht besser. Ein Ritter begeht Harakiri, setzt das Schwert an die Bauchdecke, sticht zu, überwindet die erste Schmerzattacke, schiebt das Schwert weiter, bis es den Rücken durchbohrt hat. Der Ritter stirbt. Blackout. Ein Tänzerduo umflattert die sterbende Seele. Blackout. Sein Geist singt eine Etage höher. Blackout. Eine Reihe von Trommlern beendet die Oper. Blackout. Oben auf der Etage fallen die Gitarristen in den Tod ein. Es bleiben da unten: zehn Tänzer und ein Titel, auf den wir reimen: «PoliticalMother» – follow the other.
Schwarmverhalten ist der Walzer der Politik. Die Tänzer sind das Volk. Wenn sie beide Arme heben, verehren sie den Führer, beten ihn an, jubeln, bedrohen den Feind, innen oder außen, sie ergeben sich: Immer dieselbe Position der Arme ergibt eine neue Konnotation.
«Political Mother» wurde in Brighton uraufgeführt, Tage später trat der «Movimentos»-Preisträger von 2009 in dem ihn fördernden Wolfsburg auf. Hofesh Shechter, der Israeli mit britischem Wohnsitz, hatte eine «Carte blanche», und der gelernte Schlagzeuger enttäuscht niemals.
Die raue Perkussion treibt den Puls der Tänzer genauso wie zuvor in Shechters Trilogie «deGeneration» und bei ...
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