Gregor Zöllig choreografiert «Vier Jahreszeiten»

Bielefeld, Linz

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Here we go again, Tanztheater. In Gregor Zölligs neuer Choreografie «Vier Jahrezeiten» tragen die Tänzer wieder mal Unterwäsche, legen ihre Gesichter in Blumenerde, oder kuscheln sich zu zweit in ikeabunt bezogene Decken (wohnst du noch, oder performst du schon?). Der Frühling ist voller Gefühle, der Sommer voller Hitze, der Herbst melancholisch und der Winter kalt, ja, und einsam. Eine kurze Szene fasst die ganze Unbedarftheit des Stücks zusammen: Da schüttet einer angesichts eines Haufens Medikamente dem Publikum sein hypochondrisches Herz aus.

Echtes Leid kommt nicht vor, aber echter Witz auch nicht. Wie lautet noch das gute alte Vorurteil im deutschen Tanz? Im Ballett würden Illusionen gepflegt von ewiger Liebe und schwerelosem Equilibre, während das ehrliche, gesellschaftskritische Tanztheater den Finger auf die Beziehungswunden legt. Zölligs Abend ist ein weiterer Beleg dazu, wie weit sich das Tanztheater von den eigenen Ansprüchen verabschiedet hat. Seit gut dreißig Jahren werfen Intendanten die klassischen Choreografen hinaus und stellen Tanztheaterleute aus der deutschen Tradition ein, aber keiner von ihnen zeigt je eine solche ästhetische Entschlossenheit und Härte, wie ...

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Tanz Mai 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 52
von Wiebke Hüster

Vergriffen
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