gera: silvana schröder «zeit.punkt.»

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Ein Mensch muss seinen Tod akzeptieren. Wie Silvana Schröder dieses Sujet für das ThüringenBallett aufbereitet, in den Kontext der stetig fließenden, alles begrenzenden Zeit stellt, macht ihre zweite Arbeit als neue Ballettchefin sehenswert. Ohne klar erkennbare Story geht sie «Zeit.Punkt.» an; am Ende schließt sich dennoch auf beeindruckende Weise ein Lebensbogen. Unisex in schwarze Anzüge gekleidet, blicken Menschen auf einen hängenden blauen Kreis, eine Uhr mit rasenden Zeigern. Im Tiefschritt eilen sie mit; nur das Mädchen in Weiß geht unbeirrbar langsam auf das Zifferblatt zu.

Als es stürzt, ballt sich die Menge rundherum. Einer, der Tod, wird stücklang freundlich um die junge Frau sein, sie beobachten, ihr nachsetzen, erst lästig, dann als treuer Gefährte.

Zur pulsenden Zelle wird die Projektion, die Menge geht ihren Alltagsgeschäften nach. Federn rieseln herab, das Mädchen ahnt die Endlichkeit. An der Rampe lässt es sich nieder; der Tod erklimmt eine Leiter am Portal, wartet geduldig auf seinen Zugriff. Wie im Zeitraffer finden sich Paare, Trios, streiten, trennen sich. Jazzgesättigt, dynamisch explosiv tragen Leonard-Bernstein-Kompositionen diesen ersten Teil um unser aller ...

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Tanz Juli 2012
Rubrik: highlights, Seite 38
von Volkmar Draeger

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