Françoise & Dominique Dupuy

Triebwerke des Tanzes nennt man die beiden in Frankreich. Heute sind sie die Überlieferer der Moderne. Sie lehren Praxis und Theorie. Nun inszenieren sie die Stationen ihrer künstlerischen Biografie. Immer in Sichtweite zum Eiffelturm

Tanz - Logo

Manche Paare in der Kunst spielen mit dem Gegensatz von groß und klein, dick und dünn, schlau und dumm ... Françoise und Dominique Dupuy sind daran auszumachen, dass sie sich nicht unterscheiden. Ihre hageren Körper, ihre kurz geschorenen, fast kahlen Schädel, ihre knochigen Gesichter haben in der gesamten Tanzlandschaft Frankreichs den Rang von Ikonen. Und ob sie auf der Bühne stehen, im Publikum sitzen oder Vorträge halten – kaum einmal begegnet man ihr oder ihm ohne ihre bzw. seine «bessere Hälfte».

So groß ist der Einklang zwischen beiden, dass sie auf der Bühne nicht immer zweifelsfrei auseinanderzuhalten sind. Zusammen verkörpern sie 120 Jahre Tanzgeschichte. Ihre fortdauernde Präsenz beweist, dass man in dieser Kunst auch alt werden kann, dass die Bühne hier wie im Theater kein Privileg der jungen und glatten Haut ist, und dass selbst Paare ewig halten können.

Mit einem einzigen Portrait sind sie kaum zu umreißen, nicht nur, weil da zwei brillante Köpfe zu beschreiben wären, sondern weil in jedem Jahrzehnt ihrer Karriere Stoff für ein ganzes Buch steckt. Es ist, als hätten sie nie einzeln exis-tiert. Niemand in Frankreich würde über sie oder ihn allein berichten. Man weiß, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2007
Rubrik: Portrait, Seite 56
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Jutta Czurda

Jutta Czurda, Fürth feiert gerade sein 1000-jähriges Stadtjubiläum, und Sie erinnern mit «Mayim Mayim» an eines der dunkelsten Kapitel während des sogenannten Tausendjährigen Reichs – an die 33 Kinder eines jüdischen Waisenhauses, die am 22. März 1942 von den Nazis deportiert und später im Vernichtungslager Belzec ermordet wurden. Warum? Ich lebe seit fast zwanzig...

Marcel Marceau

Der Forscher Curt Sachs unterteilte 1933 in seiner «Weltgeschichte des Tanzes» alle Bewegung in «bildhafte» und «bildlose« Tänze. Ob Lully und Molière um 1700, Jean-Georges Noverre und Salvatore Viganò um 1800, Fernand Divoire und Isadora Duncan um 1900: Immer blieb die Frage, ob und was der Tanz nachahmen müsse, oder ob er auch für und aus sich selbst bestehen...

Martin Schläpfer

Martin Schläpfer trennt sich vom ballettmainz und übernimmt mit der Spielzeit 2009/2010, also in zwei Jahren, die Ballettdirektion an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf und Duisburg. Der 48-Jährige tritt dann die Nachfolge von Youri Vàmos an, dessen Vertrag ausläuft. Damit ist in NRWs Landeshauptstadt nach 13 unspektakulären Jahren wieder mit innovativen...