Florentina Holzinger: «A DIVINE COMEDY»
Die nackten Körper springen und tanzen, drehen sich in Kreisen, fallen, baumeln von der Decke und stürzen in Abgründe. All dies, um dem Tod zu trotzen? Nach Hölle und Fegefeuer kommt bei Dantes «Göttlicher Komödie» das Paradies: Doch mehr als die Kapitelüberschriften übernimmt Florentina Holzinger von der literarischen Vorlage nicht. Auf die geschundenen Tänzerinnen wartet keine Erlösung. Die österreichische Choreografin nimmt die Zuschauer in ihrer neuesten «Show» mit auf einen Höllentrip, der die Themen Sterben und Tod bildgewaltig, auch etwas seelenlos umkreist.
Als Tänzer stirbt man zweimal: am Ende der Karriere und am Ende des Lebens. Die das sagt, hat einen Tod bereits hinter sich. Beatrice Cordua stand bis zu ihrem 45. Lebensjahr als Tänzerin u. a. für John Neumeier auf der Bühne. Nun tut es die 80-Jährige wieder, allerdings sitzt sie meist. Durch ihre Parkinson-Krankheit sei ihr Gang etwas unkoordiniert, sagt sie entschuldigend. Die Tänzerin ist das warmherzige Zentrum eines eher kühl durchexerzierten Totentanzes, der zwar teils schockierende Bilder produziert, aber nur wenig berührt.
Mit Spannung war die neue Inszenierung der Extrem-Choreografin Florentina Holzinger bei ...
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Tanz Oktober 2021
Rubrik: Kalender, Seite 30
von Marion Meyer
Als Olimpia ist sie in Stuttgart unvergessen. 2006 verkörperte Maria Eichwald die «lebende» Puppe in dem Ballett «Der Sandmann». Christian Spuck erinnert sich noch gut an den schwierigen Part: «In der Rolle ging es darum, einen Automaten im Sinne der Romantik darzustellen. Das geschah zu allererst über eine perfekte, aber künstliche Koordination. Dies sichtbar zu...
Grauer Pullover, orangefarbene Müllmannhosen, Käppi und Boots in denselben Farbtönen, eine verspiegelte runde Brille – das Foto zu ihrer Performance «Beyond the Breakwater» zeigt Claire Cunningham sehr cool am gleichnamigen Strand der US-amerikanischen Ostküste. Es ist vor allem die Dynamik ihrer Bewegung, die das Bild so außergewöhnlich macht: Der Körper bildet...
Sonnenlicht bricht sich in dem pfeilergestützten, kellerartigen Raum, der von futuristisch anmutender Musik erfüllt ist – klassische Zitate, untermalt von pulsierendem Piepen, surrealem Sirren und drängenden Dissonanzen. Sechzehn Tänzerinnen und Tänzer stehen teils versteckt hinter den Pfeilern, teils laufen sie in Paaren ein, dehnen breitbeinig ihre Arme, kreisen...
