Figure Humaine
Sie fühlt sich an wie Bimsstein, sieht aus wie die Membran einer weißlichen Koralle, ist von Rillen und Furchen in zigtausendfacher Ausfertigung durchzogen und soll Hamburgs neues Wahrzeichen in die Weltliga der Konzerthäuser führen: die Gipsplatten-Verschalung, die der Akustiker Yasuhisa Toyota für die Wände der Elbphilharmonie entworfen hat. Organisch fügt sich das Ingenieurwunder ins architektonische Ambiente von Herzog & de Meuron. Deren skandalumwobenes Gebäude ist, kaum eröffnet, bereits ein Publikumsmagnet, die komplette Veranstaltungssaison ausverkauft. Genius loci.
Die glasverspiegelte Residenz mit dem wellenförmigen Dach, die neben Konzertsälen auch Luxusapartments und ein Hotel der Spitzenklasse beherbergt, thront majestätisch über der Elbe und beherrscht die Silhouette der Hafencity. Selbst nüchterne Hanseaten können so viel Schönheit nicht widerstehen, die Stadt hat sofort vergessen und umgehend verziehen: die Kostenexplosion bis fast an die 800-Millionen-Euro-Marke, diverse Baustopps und Planungspfusch.
Sie fühlt sich an wie eine große musikalische Schwingung, sieht aus wie eine von Unterwasserströmungen bewegte Koralle, kommt dann und wann zum Stillstand und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Genf
Das Ballet du Grand Théâtre de Genève tanzt als Uraufführung «Une autre passion», ein Ballett des schwedischen Choreografen Pontus Lidberg, inspiriert von Johann Sebastian Bachs «Matthäus-Passion». Grand Théâtre de Genève à l’Opéra des Nations, 28., 29., 31. März, 1., 2., 4.–6. April; geneveopera.ch
Gent
Das Ballet Vlaanderen tanzt «Kaash» von Akram Khan,...
Die Zeiten haben sich geändert. Die Holzstühle und -tische, Wahrzeichen des deutschen Tanztheaters, sind aus dem Café Müller verschwunden. Ebenso die gläserne Drehtür, durch die man die rothaarige Frau im Geiste noch hereinstöckeln sieht. Bei der Uraufführung im Düsseldorfer tanzhaus nrw lümmeln sich die Paare in weißen Gartenstühlen. Eine Wand im Hintergrund trägt...
Kate McIntosh macht glücklich. Sie gibt dem Publikum, wonach es sich sehnt: Gemeinschaftserlebnisse, die die Sinne, den Humor und die Intelligenz ansprechen. Im Stiften von Komplizenschaft ist sie Meisterin. So gerät ihre neue Performance «In many hands» zum ästhetisch durchkomponierten Selbsterfahrungstrip zwischen Waldorfschule und Laien-Labor.
Unser...
