essen: oblivia «entertainment island»
Eine Frau joggt auf der Stelle, tapp, tapp, tapp. «Well, well, well!», ruft ein Mann mit Hut ihr zu. «Look at you! You’re looking good!» Mit einem langsamen Ausfallschritt steigert er seine Begeisterung, reckt die Hände zur Decke, während sie ihre Hochleistungsperformance intensiviert. Am Rand der Spielfläche wartet eine zweite Frau auf ihren Einsatz, auf ihren Auftritt. Willkommen bei «Entertainment Island 1» von Oblivia, einer skurrilen Show im Boxring.
Drei Performer demonstrieren sich und dem Publikum im Zehn-Minuten-Takt Praktiken der Ertüchtigung und Ermunterung und musikalisieren dabei Selbstermutigungsformeln: «Oooh yeah! Allright! Wo-hoow!»
In ihrer Trilogie «Entertainment Island» spielt die finnisch-britische Performancegruppe Oblivia mit Formen und Formeln der Unterhaltungskultur: Im ersten Teil dekliniert sie Strategien von Casting- und Selbsthilfeshows, im zweiten zappt sie sich durch eine Welt aus Papiermaschee, im dritten versteigt sie sich in die private Unterhaltung mit Sado-Maso-Spielen auf der Kellertreppe und Fantasien von Selbsterniedrigung und Voyeurismus. Drei Jahre lang, von 2008 bis 2010, hat Oblivia eine höchst eigenwillige Performancesprache zwischen ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: kalender, Seite 42
von Esther Boldt
...wird entgegen erster Dementi nun doch 2012 Ballettdirektorin am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Die US-Amerikanerin tritt damit die Nachfolge von Bernd Schindowski an, der das Ballett 33 Jahre lang leitete. Breiner lernte unter anderem an der Heinz-Bosl-Stiftung in München. Ihr erstes Engagement führte sie ans Bayerische Staatsballett, 1996 wurde sie...
«Sie schwebt zwischen ihrer Fähigkeit, sich frei bewegen zu können, wenigstens scheinbar frei, und dieser absoluten Stummheit ihres Tanzes. Wenn man über Tanz spricht, denkt man doch instinktiv an die Schritte, jedenfalls an etwas, was mit Füßen zu tun hat. Tamar Borer hat Füße, die sich dem Tanzen verweigern, aber aus genau dieser Verweigerung heraus entsteht ihr...
...nennt sich alle vier Jahre das weltgrößte Schaufenster der Bühnenbildner. Längst ist die Veranstaltung in der tschechischen Hauptstadt ins Monströse gewachsen: mit Sektionen wie «Extreme Costumes», einem «Scenofest» der Studenten und sehr viel neuen Medien. Ein Mittelpunkt ist «Intersection – the undisciplined project» mit Wilden aus der Tanzwelt, mit Josef...
