Eggcited!

Die amerikanische Choreografie-Ikone Twyla Tharp hat einen Kreativitäts-Ratgeber geschrieben.

Tanz - Logo

«I walk into a white room» – so fangen Albträume an. Eines jeden Malers, Musikers, Marketingstrategen. Man ersetze das leere Studio durch Bildschirm, Kochtopf, Labor oder Verkaufsgespräch, und bald schwitzen wir alle, wie beim ersten Rendezvous. Wir lieben ja unsere Arbeit, wäre da, ach, nur der ewige Kreativitätsdruck nicht.

Aller Anfang ist schwer

Twyla Tharp ist die Letzte, die das leugnet.

Ihre Probleme sind die eines jeden, der aus dem scheinbaren Nichts etwas schaffen soll: «Ich weiß nicht, welche Musik ich benutzen, mit welchen Tänzern ich arbeiten werde. Ich habe keine Ahnung, wie die Kostüme aussehen werden. Oder das Licht. Oder wer die Musik spielen soll. Ich habe auch keine Ahnung, wie lang das Stück wird. Obwohl es auf alle Fälle lang genug sein muss, um die ganze zweite Hälfte eines abendfüllenden Programms abzugeben, damit das zahlende Publikum auf seine Kosten kommt.» So geht das los, Fragezeichen und Verpflichtung. Jetzt kommt das Schwitzen. In Tharps Fall aber nicht aus Angst. Sie fängt an zu improvisieren …
Vierzig Bühnenjahre, über 135 Choreografien für die eigene und alle namhaften Kompanien der westlichen Welt, dazu fünf Filme, drei Broadway-Shows, darunter das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2008
Rubrik: Praxis, Seite 60
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gestorben

Nadia Nerina, 80, war eine der vielseitigsten Ballerinen des Royal Ballet, als dieses noch Sadler’s Wells Ballet hieß. Geboren wurde sie 1927 in Bloemfontein in Südafrika. Als sie im Alter von 17 nach England ging, um dort ihre Ausbildung zu beenden, nahm sie Marie Rambert persönlich unter ihre Fittiche. Der Erfolg kam schnell. Sie tanzte alle großen klassischen...

Johan Inger: «Point of Eclipse»

«Schwanensee» mit glatzköpfigen Typen in Tutus. Kräftige Häkelhakenbeinchen, in die Luft gestreckt. Ballett, das in Alltagsbewegungen seine Grazie ebenso findet wie im Spagat. Auf der Bühne: Lampen, Tische, Äpfel. Tellerstapel fliegen zu Boden, Tänzer fliegen durch den Raum. Wirbeln über Böden mit schwarzem Kunstschnee, stoßen an Wände, leere Räume. Üben barfuß...

Diaghilevs Töchter

Es war einmal ... da hätte die Antwort auf die Frage, wer im Tanz die Strippen zieht, geheißen: die Männer. Die Impresarios. Die Sorte Sergej Diaghilev. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts gründete der legendäre Impresario die Ballets Russes und revolutionierte – mit dem Tänzer Vaslav Nijinsky als berühmtestem Pferd im Stall – das Ballett. Man darf auch an Paul...