düsseldorf: rocío molina «bosque ardora»

Tanz - Logo

Rocío Molina ist ohne Zweifel die vielseitigste und interessanteste Choreografin und Tänzerin der jungen Flamenco-Generation. Die aus Málaga stammende «Danzaora» – ein Kunstwort, das sie selbst geschaffen hat, um zu betonen, dass sie sich nicht als reine Flamencotänzerin betrachtet – entfachte zuletzt bei ihrem Auftritt anlässlich der Flamenco-Biennale in Sevilla einen Aufschrei unter den Traditionalisten. In ihrem Stück «Bosque Ardora» bedient sie sich des Flamencos nur mehr als Werkzeug, ansonsten ist es musikalisch und tänzerisch im Heute angesiedelt.

Ihre Bewegungen sind frei und entsprechend schwer einzuordnen. Spielerisch setzt sie sich über Grenzen hinweg mit einem groß angelegten, komplexen Werk, das auf vielen Bühnen des zeitgenössischen Tanzes zu sehen sein wird.

«Bosque Ardora» beginnt mit einer vier Minuten dauernden Projektion. Wir sehen Rocío Molina auf einem Pferd durch den Wald reiten, begleitet von Jagdhunden. Man ist verzaubert, doch das Unheil versteckt sich hinter einem dünnen Schleier. Schon beginnt das Spiel mit den Gegensätzen, Tag und Nacht, Glück und Unglück, Jäger oder Beute, Mann und Frau, Sieg und Unterwerfung. Sie ist die einzige Frau unter acht Männern ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August-September 2015
Rubrik: kalender, Seite 40
von Susanne Zellinger

Weitere Beiträge
newcomer, abschied

newcomer_________                                                                                                     melissa hamilton                                                                                                 

derzeit Solistin beim Londoner Royal Ballet, kommt für ein Jahr ans Dresdner Semperoper Ballett. Die hochgewachsene, blonde Tänzerin...

soft virtuosity

Für die Erstausgabe des Tanzfestivals «Colours», das im Juni und Juli drei Wochen lang das Theaterhaus in Stuttgart bespielte, wollte der künstlerische Leiter Eric Gauthier unbedingt den großen Star seiner Heimatstadt Montréal dabei haben. So kam Marie Chouinard mit ihrer Kompanie zurück in die Stadt, in der sie 1997 schon kein Geheimtipp mehr war: Damals zeigte...

highlights

zürich
theater spektakel

Diese Frau verkörpert alles, wofür der Name des Schweizer Festivals steht: Marlene Monteiro Freitas ist reines Theater und reines Spektakel in ein- und derselben Person. Ihr «De marfim e carne – as estátuas também sofrem» (tanz 5/15) reißt jeden mit, der für schrillschräge Auftritte was übrig hat – ohne deshalb das Hirn ausschalten zu müssen....