der zentaur
Es gibt ein Vorspiel vor dem Vorhang, einem monumentalen Plissee in gediegenem Beige. Pferde waren angekündigt, doch da steht ein Piano. Ein merkwürdiges Kerlchen klettert darauf herum und wirkt trotz eines Jacketts nicht gerade wie ein Pianist. Die schrägen Töne der Sonate kommen vom Band. Während sich der Piano-Alpinist unendlich langsam Richtung Boden windet, erweckt er kaum den Eindruck, er habe mit dem Publikum noch Menschliches zu teilen. Er dringt vielmehr vor ins Reich der Toten, ohne Anzug, nur scheinbar nackt. Seine silberfarbene Haut schillert wie ein Panzer.
In seinem Schutz überschreitet er die Grenzen zwischen Mensch und Schlange, Kröte, Ferkel oder Spinne. Es ist der Altmeister des Butoh, Ko Murobushi, der hier etwas Wiederkehrendes verkörpert, dieser einstige Gefährte Tatsumi Hijikatas, der nun sein Leben mit dem Pferdetrainer Bartabas und dessen engsten Vertrauten teilt, mit einem der Erfinder jenes Genres, das man Tanztheater mit Pferden nennt. Sie heißen Horizonte, Soutine, Pollock und Le Tintoret. Drei sind weiß, eines ist schwarz. Der Rumpf wächst wie ein Baumstumpf aus dem Boden, darüber thront ein menschlicher Oberkörper. Pferd und Mensch verwachsen ...
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