der ersatzreisepass
Dass Sie Tänzer waren, jahrelang an der Deutschen Staatsoper im damaligen Ostteil Berlins, ist bekannt. Sie waren so etwas wie ein Kinderstar. Auf eigenen Wunsch? Oder auf Druck der Eltern?
Weder noch. Die Zeiten waren damals anders und die Eltern froh, wenn sie ihre Kinder nicht auf der Straße wussten. Alles war zerbombt. Riesengroße Bunker standen überall: Das waren unsere Spielplätze. Als typisches Berliner Nachkriegskind bin ich in Treptow aufgewachsen; die Johannisthaler Ecke war mein Kiez.
West-Berlin war leicht erreichbar, und dort gab es alles zu holen, was man als Kind so haben wollte: Wasserpistolen, Knaller. Also alles, was im Osten verboten war. Wir Jungs haben in den Ruinenkellern heimlich Kupfer und Messing abgeknapst – und per Boot in den Westen geschafft. Der Kanal hatte dort einen Winkel, da konnten uns die Vopos nicht sehen.
Das erklärt noch nicht Ihre Karriere.
In der Nähe meiner Schule befanden sich alte Synchronstudios, in denen später die DEFA eine Bleibe fand. Talentscouts, wie wir heute sagen würden, schwärmten aus, um Stimmen zu testen. So kam es, dass ich gemeinsam mit Gregor Gysi Kinderfilme synchronisierte. Gysi war noch besser als ich, er hatte ...
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Tanz November 2011
Rubrik: traditionen, Seite 54
von Hartmut Regitz
deutschland
On tour
Preisträger und Finalisten des «15. Internationalen Solo-Tanz-Theater Festivals Stuttgart»: Mischa van Leeuwens «The Beginning», getanzt von Maja Roest ( 2. Preis Choreografie); Ioulia Plotnikovas «Doroga» (3. Preis Choreografie und Publikumspreis); Sidra Bells «Grief Point», getanzt von Moo Kim (1. Preis Choreografie und 1. Preis Tanz);...
die lehrerin
angie hiesl, Sie sind eine der wenigen Künstlerinnen, die ausschließlich site-specific, ortspezifisch, choreografieren. Zuletzt haben Sie zusammen mit Roland Kaiser in «Dressing the City und Mein Kopf ist ein Hemd» zentrale Plätze in Köln eingekleidet. Was hat Sie dazu ausgebildet?
Ich studierte an der Deutschen Sporthochschule Köln...
Polina heißt die Kleine nicht ohne Absicht. Bastien Vivès, wiewohl mit einer Tänzerin befreundet, hatte Polina Semionova auf YouTube in einem Grönemeyer-Clip entdeckt – und war von ihrer Linie, Klarheit und Ausstrahlung so beeindruckt, dass er einen Ballettcomic ohne Beschönigung hinbekommen hat. Keine Kitschaugen wie in einem Manga. Nichts Niedliches à la...
