Christopher Roman über Forsythe
William Forsythe hat mein Leben verändert, so einfach ist das. Und bevor jetzt gleich wieder die üblichen Schlagworte wie «Guru» und «Jünger» fallen: Ich habe daran meinen aktiven Anteil.
Genau deshalb hat meine Beziehung zu Bill bis heute gehalten, und sie festigt sich mit jedem Jahr. Bill hat immer auf echter Zusammenarbeit bestanden und meine ganz persönlichen Auffassungen geschätzt.
Die 20 Jahre, die ich auf Theaterbühnen verbracht habe, singend, spielend, in Kontakt mit dem Street Dance seit meiner Grundschulzeit, dann mein Studium sämtlicher Tanzformen und meine spätere Ausbildung zum Profi-Balletttänzer in New York – all das zu nutzen und zu einer Karriere in klassischen und neoklassischen Tanzkompanien zu vereinen, hat mich bestens vorbereitet. In mir wuchs der brennende Wunsch heran, alle diese Erfahrungen und Einflüsse sinnvoll zu nutzen ... bis ich schließlich fand, wonach ich suchte: in William Forsythe und seinem Universum, das er mit meinen außergewöhnlichen Kolleginnen und Kollegen beim Ballett Frankfurt und der Forsythe Company erschaffen hatte. Wir fanden einander, und mir wurde angetragen, mich mit allem, was ich zu geben hatte, jeden Tag aufs Neue einzubringen. ...
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Tanz Dezember 2019
Rubrik: Menschen, Seite 28
von
Wenn sie während des «Festival Internacional de Ballet» zu ihrem Logenplatz im ersten Rang des Gran Teatro von Havanna schritt, oft am Arm von Fidel Castro, sprang das Publikum von den Sitzen. Minutenlanger Applaus brandete auf. Wem er mehr galt, dem Máximo Líder oder der Primaballerina assoluta, blieb ungewiss. Ohnehin wurde Alicia Alonso als heimliche First Lady...
Ein kleiner, schutzbedürftiger Säugling, klingelnde Telefone, außerirdisches Leben und so banale Dinge wie das Aufwischen des Bodens – man kennt sie schon, diese wiederkehrenden, aber immer wieder überraschenden Elemente im Werk des katalanischen Choreografen Marcos Morau. Mit seiner Kompanie La Veronal in Barcelona beheimatet, kreiert Morau auch für internationale...
Für den Gestrandeten ist die Insel, sollte man meinen, ein herrschaftsfreier Raum. Hier lassen sich Hierarchien schwerlich aufrechterhalten, weil um des Überlebens willen jeder, egal welchen Standes, auf die Hilfe des anderen angewiesen ist. Zumindest nominell aber müssen die gesellschaftlich diktierten Abstände gewahrt werden, wie berühmte literarische Beispiele...
