Braunschweig: Maura Morales «exceso de la nada»

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Maura Morales stellt kein identifizierbares Ego auf die Bühne. Deshalb der Titel des Solos, «Exceso de la Nada» – «Überfluss des Nichts» –, der auf etwas Uneingrenzbares deutet. Die Choreografin und Tänzerin vergegenwärtigt Erinnerungen, im Körper lebend. Sie sind in Kuba verortet, das sie 1996 Richtung Düsseldorf verließ, auf das «Nichts» im Überfluss, als Übertreibung, ebenso passt.

Die Grenze des Mutterlandes ist genau definiert: durchs Wasser. Als Videoprojektion brandet es zu Beginn von der Seite an. Aber das Strandbild ist unromantisch, das Meer wird zur Mauer.

Davon spricht auch der von Morales auf Spanisch verfasste, wütend-poetische Text aus dem Off, dessen Übersetzung der Abendzettel liefert. Sie selbst zwängt sich auf der mit kleinen Wellblechstücken überdachten Bühne an einen einzigen Ort: in, vor, hinter, unter einen Schaukelstuhl. Er ist die Insel auf der Insel. Die zusammengekrümmte Figur wird zum Menschen, indem sie sich an Beine, Hand, Kinn fasst, mit den nackten Füßen wackelt, auf dem Sitz herumrutscht, sich über die Armlehne biegt, die Glieder streckt und überkreuzt, ein Gehen versucht, fällt, zurückkehrt auf den sicheren Sitz. Ihn zum Schaukeln bringt. So ...

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Tanz April 2018
Rubrik: Kritik, Seite 38
von Melanie Suchy

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