Foto: Renate Beense
Arno Schuitemaker
Nachdem er an der Technischen Universität von Delft einen Master-Abschluss erworben hatte, wechselte Arno Schuitemaker die Richtung und begann eine Karriere im zeitgenössischen Tanz. Seit der 1976 geborene Niederländer ein Diplom für Choreografie in der Tasche hat, macht er Stücke, die sich durch eine ausgesprochen physische und sensorische Annäherung an existenzielle Themen auszeichnen. Schuitemaker rückt den Körper in den Fokus und entwickelt so eine intensive, ebenso erdverbundene wie poetische Bewegungssprache.
Für «While We Strive» – Trio mit einer Frau, zwei Männern – hat sich Arno Schuitemaker von den Neurowissenschaften und der Gegenwartsphilosophie inspirieren lassen. Während vorwärtstreibender Klang den Raum erfüllt und das atemlose Stück rhythmisiert, scheinen sich die Tänzer – sowohl buchstäblich wie im übertragenen Sinn – die Bälle zuzuspielen. Sie bleiben ununterbrochen in Bewegung und tauchen in einen Strom der Wiederholungen ein, wobei sich ihr Tun zusehends komplexer und rasanter gestaltet. Beschleunigte Gesten verschmelzen mit Licht und ungewöhnlichen Klängen zu einer explosiven Mischung. Sie setzt eine Vielzahl an Assoziationen und Ideen frei, die die visuelle und akustische Wahrnehmung umkehren: Man hört mit den Augen, sieht mit den Ohren. Etwas Athletisches, Aufbrausendes steckt in diesem «While We Strive», während das Bewegungsvokabular eigentlich ganz einfach bleibt. Aber die Verschiebung der Wahrnehmung schickt uns auf eine durch und durch verführerische Reise ins Land der Sinne.
Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 183
von Agnès Izrine
Auffallend groß gewachsen ist er, attraktiv und gut gebaut dazu: Reece Clarke, First Artist beim Londoner Royal Ballet, bekommt in letzter Zeit vermehrt Klassiker-Hauptrollen anvertraut. Er verströmt eine Aura der Souveränität, wie sie Menschen seiner Körpergröße nicht selten von Natur aus mitbringen. Auf der Bühne ist er in der Regel mühelos auszumachen.
Im schottischen Airdrie...
«Und, ‘ne Pizza?!» – rhetorische Frage zwischen zwei Männern nach dem Sport. Der kleine, aber feine Unterschied: Mika ist elf Jahre alt und noch Schüler, Walter zweiunddreißig und schon Schauspieler. Hinter ihnen liegt kein schweißtreibendes Badmintonspiel, sondern Birgit Freitags erste abendfüllende Tanzproduktion für JUNGES.THEATERBREMEN namens «Eins zu Eins». Und die lässt hoffen....
Sie hätte Milena Jesenská verkörpern sollen, «ein lebendiges Feuer, wie ich es nie gesehen habe», so Franz Kafka einmal in einem Brief an Max Brod. Bekanntlich ist es zu dem «Kafka»-Ballett von Marco Goecke in Stuttgart nicht gekommen, und das ist schon deshalb bedauerlich, weil Jessica Fyfe so ganz und gar der Vorstellung Kafkas entspricht: Sie ist «äußerst zart, mutig, klug, und alles...
