Andrey Kaydanovskiy «Shakespeare's Dream»

Linz

Tanz - Logo

Neunzig Minuten kurz sind die tanztheatralen Reflexionen über den Menschen, den Dichter Shakespeare am Linzer Musiktheater. Wer gedacht hatte, dass sich hinter dem Titel «Shakespeare’s Dream» eine Folge von bunt inszenierten Zitaten aus einigen der 38 Werke des englischen Welt-Beschauers und Psychologen offenbart, hatte sich geirrt.

Weder Mendelssohn-Bartholdy noch Prokofjew ertönen an dem Abend ohne Live-Orchester, sondern ein in sich verwobenes stimmungsvolles Sounddesign vom Klangforum-Wien-erfahrenen Bassisten und Komponisten Manu Mayr.

Er lässt auch den Shakespeare-Zeitgenossen John Dowland sowie Ralph Vaughan Williams stimmig erklingen. Nichts anderes als ein zügig in reiche Szenen übersetztes, furios getanztes, lyrisches Nachdenken über Shakespeare und uns Menschen mit allen Affekten mutet Choreograf und Regisseur Andrey Kaydanovskiy dem am Ende begeisterten Publikum im großen Opernhaus zu.

Er tut dies in zwei Teilen, löst aus der von Ausstatterin Karoline Hogl sachte mit historischen Verweisen grau-cremig eingekleideten Tänzer*innen eine Person heraus. Diese (Mischa Hall) mag fortan der Dichter sein, aber das war es auch schon mit Zuschreibungen. Der Text zitiert eine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2025
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Andrea Amort

Weitere Beiträge
Adam Russell-Jones «Release the Hounds»

Ein Mann in weißer Jeans und weißoranger Trainingsjacke legt mühevoll die Strecke entlang der weißen Backsteinwand am hinteren Bühnenrand des Schauspielhauses Wien zurück. Seine Bewegungen schwanken zwischen sorgfältiger Körperbeherrschung, über die er dank jahrelangen Trainings sichtlich verfügt, und Loslassen – der Hingabe an die Gesetze von Trägheit und...

Divers und different

Ein Innenhof. Urban, industriell, erinnert an London. Räume. Hell, modern, contemporary. Hier wird zeitgenössisch getanzt. Tänze werden entworfen, entwickelt, probiert, verworfen und produziert. Choreografiert, geprobt und aufgeführt – alles inklusiv. Hier ist tanzbar_bremen zu Hause. Selbstbeschreibung: «tanzbar_bremen will Kunst und Kultur möglichst vielen...

Eun-Me Ahn «Post-Orientalist Express»

Eun-Me Ahn ist ein Farbtupfer, in jeder Hinsicht. Ihr Studio in der Hauptstadt Südkoreas liegt hinter einer Tankstelle, im Untergeschoss. Draußen die Stadtautobahn, Betonfassaden, Menschen in dezenten Grauoder Beigetönen, ein Paar grüne Sträucher – aber selten. Dann geht man die Treppe herunter, stößt die Tür auf, und urplötzlich exaltieren die Farben, in...