alvin ailey...
Wie sieht der Stein gewordene Wunschtraum eines Tänzers oder einer Choreografin aus? Es ist keine gemeißelte elegante Körperhaltung oder ein marmorner Sack Geld. Es ist Raum. Platz. Studio. Bühne. Garderobe, Duschen, Büro. Licht, gute Böden, hohe Decken. So wie dieses riesige Haus namens Joan Weill Center for Dance. Seit 2005 steht es mitten in Manhattan.
Für seinen Bau wurden 65 Millionen Dollar eingeworben, er scheint zu sagen: Tanz ist kein Nischenprogramm. Die großzügige Milliardärsgattin blätterte 13 Millionen hin: Joan Weill.
Andere, wie Oprah Winfrey, investieren ins lebende Material, sie vergibt fünf oder sechs Stipendien. Paul Szilard, der große Impresario, hatte nur 300.000 Dollar zur Verfügung, doch ihm «gehört» das Theater, wie er verschmitzt erklärt. Ein wenig betrachtet er diesen Geldsegen mit Sorge. Er lässt für andere Kompanien, die auch etwas brauchen, nichts übrig. Das liegt nicht nur an Ailey, sondern am Mechanismus: Gibt die eine Milliardärin, ziehen die anderen Millionäre mit, damit es heißt: Hallo, wir Tänzer sind wer! Der Tanz steht jedem offen, das Haus auch. Natürlich gehört es Ailey. Auch wenn er seit 1989 nicht mehr lebt, ist es seins. Als sei der Mann ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Melanie Suchy
Die kurze Lebensgeschichte der Maria Severa (1820 – 46) ist so traurig wie faszinierend. Die legendäre Begründerin des Fado schloss sich einer fahrenden Komödiantentruppe an und verliebte sich. Das Paar ging nach Lissabon, wo er als Matrose anheuerte und nie mehr zurückkehrte. Maria Severa betäubte ihren Schmerz bei Auftritten in Tavernen, bei denen sie sich ihre...
Einen Film nachspielen, das tun Filme auch selbst, Theaterregisseure oft, Kinder sowieso. Dabei ist es ja eigentlich das Kino, das so tut, als spiele es echtes Leben nach. Da gibt es also schon ein lustiges Hin und Her. Dazu kommt das Nachdrehen von Kinofilmen oder einzelner Szenen mit Hobbymitteln, um dann zu behaupten, das sei eine neue, eben schwedische Version...
...nennt die australische Kompanie C!rca mit ihrem Choreografen Yaron Lifschitz den Körper. Aus der Akrobatik kommend, gehört die Kompanie seit 2006 zu den Revolutionären der Zirkusszene, weil sie als Mitautoren des cirque nouveau vor allem tänzerisch arbeitet und provoziert, dabei die Leistungsschau ablehnt und dafür auf Komik und Erotik setzt. Die ironischen...
