Brüssel
Brüssel ist mysteriös. Man mag als Fremder am Zentralbahnhof ankommen, über den Grand’ Place flanieren und irgendwo das winzige Manneken Pis finden – oder sich gleich bis zur Börse durchschlagen und weiter ans Kaaitheater gelangen. Der Spaziergang dauert knapp eine halbe Stunde. Aber ist das wirklich Brüssel? Man kann mit der Tanzszene rund um die Beursschouwburg und der Dansaertstraat in den vielen Cafés und Restaurants der Brüsseler Unterstadt campieren, am liebsten im Schachcafé Greenwich. All das gehört zu einem ersten guten, aber kleinen Eindruck.
Zwischen Königspalast und dem Hauptsitz der Europäischen Union, zwischen schauerlichen Verwaltungsklötzen und urwüchsigen Altbauten, die keine Feuerversicherung mehr wert sind, ist diese Stadt trotzdem vor allem eins: ein Hybrid. Hauptstadt von Belgien, Europa und Flandern (in dieser Reihenfolge), dabei in der Mehrheit französischsprachig und darum Sitz der französischsprachigen Gemeinschaft, die etwas anderes ist als die französischsprachige Provinz Wallonien (mit ihrer Hauptstadt Namur).
Wer das verstanden hat, kann Brüssel nun auch als Konglomerat von 19 Gemeinden mit jeweils eigenem Bürgermeister und Magistrat betrachten, und ...
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Erst mal zuhören. Der Abend beginnt mit einer stillen Huldigung an den Meister des Jazz, den seine Verehrer «J. C.» nannten, wie den Christ. Dann erscheint Emanuel Gat. Steht im Wind der Zeit, im Sturm der Bläser.
Er fühlt. Alles. Er tanzt nicht zu John Coltrane, sondern er ist die Musik. Er krallt sich hinein in den Fluss der Rhythmen, bis in die intimen...
hieß das Modewort vor und nach dem Mauerfall. Gemeint war auch die Grenze zwischen den Sparten Tanz, Theater, Musik und Kunst. In Amerika kollaborierte längst Merce Cunningham mit John Cage. Robert Wilson wanderte präzis zwischen den Genres. Da war Brüssel noch lang kein Grenzenlosland, sondern Mixed Pickles. Vom exilierten Belgisch-Kongo zur Atomium-Moderne, von...
Kirsten Seligmüller und Wibke Janssen nehmen wieder Anlauf. Vor knapp drei Jahren feierten sie in der ehemaligen Berliner Zigarettenfabrik Garbáty die Gründung eines gewaltigen Probenhauses für den Tanz, das schließlich die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch übernahm. Staat geht vor privat. Kein Problem für die beiden Betreiberinnen des kleinen Berliner...
