Kapitale Tänzerin

Gregor Zöllig: «Paradiesische Zeiten» in Osnabrück

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Mahlzeit! Noch vor der Vorstellung schlägt sich der Bayer den Bauch voll. Kariertes Hemd, kariertes Tischtuch: Harald Stieger und Imme Kachel haben Bühnenbild und Kostüm aufeinander abgestimmt. Das Bier, der Braten: sie dürfen nicht fehlen. Wer immer der Prolet ist, der sich vor dem Publikum so offensichtlich produziert: Er hat gut sein. Seine Welt scheint in Ordnung – selbst wenn das Hirsch­geweih nicht mehr an der Wand hängt, sondern einer unfassbar Schönen flügelgleich aus dem Rücken wächst.

Kaum dass Gregor Zöllig den Global Player macht und auf beiden Videowänden Autos wie durch einen Zeittunnel rasen, hält es auch Claudia Braubach nicht weiter auf der Stelle. Vom Sog der bewegten Bilder mitgerissen, hebt sie ab.
Um einen Engel handelt es sich bei ihr nicht, mag Gregor Zöllig sein letztes «Tanzstück» für das Theater Osnabrück noch so provozierend «Paradiesische Zeiten» nennen. «Effizient» bis zum Rocksaum knapp überm Knie entscheidet die Karrierefrau bei ihrem Börsengang Knall auf Fall über Menschenschicksale und Millionen: eine inkarnierte Ikone des Kapitalismus, die die Welt beherrscht. Auf den Projektionswänden (Video: Thorsten Alich) schießen die Städte wie Pilze aus dem ...

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Tanz April 2005
Rubrik: On Stage, Seite 49
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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