Schmerzlose Körper
Hat in der Philosophie die Missachtung des Körpers – propagiert von Descartes über Leibniz bis Wolff – ein Ende? Öffnen sich die Denker, die an der Verlässlichkeit sinnlicher Wahrnehmung zweifeln, wieder leiblicher Erfahrung, um den zentralen Zielen der Philosophie – Wissen, Selbsterkenntnis, richtiges Handeln, gutes Leben – mit der Ganzheit von Körper und Geist nah zu kommen? So, wie es einst Sokrates, Aristipp, Zenon, Diogenes taten? Der amerikanisch-israelische Philosoph Richard Shusterman erhofft eine Wende und stößt sie an: Mit seiner Somästhetik möchte er mit einer ästhe
tischen Aufmerksamkeit für den Körper und durch die Erforschung und Verfeinerung von Bewegung zu den Wurzeln von Ästhetik und Philosophie zurückkehren.
Shusterman, der an der Florida Atlantic University lehrt, ist Pragmatiker. Für den «weltlichen jüdischen Intellektuellen» (er über sich) mit zwei Pässen und einer philosophischen Karriere in drei Kontinenten und vier Sprachen sind Bücher «Werkzeuge des Denkens», nicht Objekte, die «zum Fetisch erhoben werden». Philosophie bedeutet ihm Lebenspraxis. In seinen Schriften «Kunst leben, Philosophie als Lebenspraxis» spürte er dem Verhältnis zwischen Leben, Kunst ...
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Eine «ganz freche Geschichte» – und manchmal ist der Abend tatsächlich zum Lachen, wenn sich Erna Ómarsdóttir und Damien Jalet nicht entscheiden können, ob sie mehr Mensch sein wollen oder eher ein Ei. Den Eisprung jedenfalls machen sie wieder rückgängig und saugen das weiße Tuch, das sie umschließt, wie eine Ur-Suppe in sich ein. Es ist nicht die Revolution, die...
Carlos Saura hat einen neuen Film gedreht. Der Drehort ist die Bühne, dort, wo seine jahrelange Beschäftigung mit Flamenco – «Carmen» (1983), «Sevillanas» (1992) und «Flamenco» (1992) – wohl auch enden musste. Bis dahin war Flamenco für Saura eine Kunst der Fiktion. In «Carmen» ließ er den einen Choreografen mimenden Antonio Gades an der erotischen Wirklichkeit...
Noch bevor das Ballett richtig beginnt, stellt Christian Spuck klar, was er mit seinem «Sandmann» will: keine «Coppélia» à la Cranko, sondern Hoffmanns Erzählung, zur Gänze getanzt. Wie im literarischen Original sieht sich Nathanael mit seiner Kindheit konfrontiert. Und diese Fixierung auf die frühe Jugend ist es letztlich, die sein weiteres Los bestimmt. Er kommt...
