Waren Sie schon mal an einem Punkt, an dem es nicht weiterging?
Von Stimmkrisen bin ich glücklicherweise bislang verschont geblieben. Hürden waren immer eher mentaler Natur. Ich bin ganz groß im Selbstzweifeln, fühle mich bei jeder neuen Partie schier erdrückt von der Verantwortung, und Lampenfieber ist wahrlich kein Fremdwort. Am Schlimmsten finde ich das Warten bis zum Abend. Wenn doch alle Vorstellungen Matineen wären! Dann bliebe noch etwas übrig vom Tag. Ein schönes Essen, früh ins Bett – herrlich! Früher dachte ich, die Auftrittsängste würden mit zunehmender Berufserfahrung verschwinden – tun sie aber nicht. Inzwischen habe ich das einfach akzeptiert, komischerweise wurde es dadurch leichter. Für Angst wird viel Energie mobilisiert, die versuche ich, auf der Bühne produktiv umzulenken. Heute weiß ich, was ich brauche, um konzentriert und ruhig zu bleiben. Oder wenigstens so ruhig wie möglich. Übrigens hat mir dabei die Beschäftigung mit Sportpsychologie sehr geholfen.