Auch wenn das Berliner Theatertreffen wie so viele Festivals in diesem Jahr ausfällt – die erstmals hier geplante Quote für Inszenierungen von Frauen hat etwas bewegt. Ein Gespräch mit den Jurorinnen Margarete Affenzeller und Shirin Sojitrawalla
Affenzeller Ich beobachte bereits länger, dass sich etwas verändert, schon #MeToo hat gesamtgesellschaftlich einiges bewirkt. Die Schieflage bei der Repräsentation von Frauen rückt immer stärker ins Bewusstsein. Ich glaube, dass die Quote auf uns als Jury gewirkt hat: Gerade wenn es am Schluss hart auf hart kommt, hatten bislang oft die Big Names wie Johan Simons oder Simon Stone die besseren Karten. Die wurden wie gesetzt betrachtet. Umso leichter konnte man sich von umstrittenen Inszenierungen von Frauen verabschieden. Genau das geht jetzt aber nicht mehr. Einfach, weil jetzt einmal festgehalten wurde: Die Inszenierungen von Frauen sind genauso wertvoll wie die von Männern.