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No Covid im Theater

Wenn die Lüftung das Virus vertreibt

Opernhäuser und Theater gehören zu den Orten, an denen Menschen vor Ansteckungen so sicher sind wie fast nirgends sonst, außer an der frischen Luft und in ihren eigenen vier Wänden. Genauer, wie eine im Februar veröffentlichte Studie des Hermann-Rietschel-Instituts der Technischen Universität Berlin festhält: Eine jeweilige Belegung mit Maske vorausgesetzt, ist man in einem zu 40 Prozent ausgelasteten Theater, Opernhaus und Museum fast doppelt so sicher vor Virenanflug wie in einem Supermarkt, 2,7 Mal so sicher wie in einem Mehrpersonenbüro mit 20-prozentiger Belegung und fast fünfmal so sicher wie in einer Schule mit 50-prozentiger Platzauslastung.

Das alles sind Orte, denen die Politik in den vergangenen Monaten mit teilweise durchaus guten Gründen deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet hat als den Hainen Apolls. Auf deren besonderen Schutz immer wieder hinzuweisen, hat dennoch nichts mit einem verblasenen Kunstbegriff zu tun und bedarf nicht einmal der Beschwörung der – grundgesetzlich tatsächlich besonders geschützten – Kunstfreiheit: Es ist schlicht eine Forderung der Gerechtigkeit, die mit der besonderen Beschaffenheit der meisten Opernhäuser und Konzertsäle zu tun hat, sprich mit ihrem häufig besonders großen Raumvolumen und den modernen Lüftungsanlagen, die hier in der Regel verbaut sind, wie zwei Studien belegen, die im Herbst an der Bayerischen Staatsoper und im Konzerthaus Dortmund durchgeführt wurden. Es herrscht dort nämlich ein beständiger, obwohl in den meisten Aufführungen glücklicherweise nicht wahrnehmbarer Durchzug, weil die Lüftungen beständig Frischluft von außen ansaugen und verbrauchte nach außen absaugen. Veranstaltungsstätten mit fester Reihenbestuhlung sind hier zusätzlich im Vorteil, weil die unter den Sitzen angebrachten Lüftungsschlitze für einen besonders günstigen vertikalen Durchzug sorgen.

Den gesamten Beitrag von Michael Stallknecht lesen Sie in Opernwelt 4/2021