Rezensionen Dezember 2022
Foto: Lennart Sjöberg
Alexander Ekman «Hammer»
Alexander Ekmans «Hammer» mit der GöteborgOperans Danskompani ist ein ebenso dynamisches wie tänzerisches Stück über die Selbstfixierung unserer Zeit. Der Choreograf und die großartige Truppe zielen sowohl auf den Intellekt als auch auf die Emotionen mit einem Abendfüller, in dem kollektive Lebensfreude und selbstverliebte Schwärze kontrastieren. Ekman selbst zeichnet auch fürs Bühnenbild verantwortlich, Komponist Mikael Karlsson, Dramaturgin Carina Nildalen, Kostümbildner Henrik Vibskov und Lichtdesigner Joakim Brink tragen zum Erfolg indes beträchtlich bei. Und natürlich die dreißig Tänzer*innen, die bei der Kreation mitgemischt haben. Das Ergebnis ist brillant.
«Hammer» setzt zwei geradezu gegensätzliche Akte aneinander. Ein Tänzer stellt zunächst einen großen, roten Vorschlaghammer in eine Kiste im Hintergrund. Das Ding taugt als Notfallschrank, aus dem man bei Gefahr zuschlagen kann. Weitere Tänzer*innen, alle in hautfarbenen Kostümen, treten über die niedrige Mauer, die die Bühne umgibt. Ekman beherrscht den großen Raum hervorragend und sorgt für erstaunliche Masseneffekte, musikalisch von einem gleichmäßigen Pulsieren unterstützt. Wände werden eingerissen, Arme geöffnet und helles, fließendes Licht mit Farbe getränkt. Dank fantasievoll geschnittener Kostüme werden auch die Tänzer*innen zu bewegten Farbklecksen auf der Bühne. Männer tanzen in Kleidern, Frauen in Anzügen, das Geschehen ist lustvoll aufgeladen und verströmt sprudelnde Freude und lebensbejahende Energie.
Den gesamten Beitrag von Lis Hellström Sveningson lesen Sie in tanz 12/22