Inhalt

Rezensionen November 2021

«Frankenstein» im Deutschen Theater Berlin

«Menschen sterben.» Mit dieser Feststellung beginnt die «Frankenstein»-Fassung, die Regisseurin Jette Steckel zusammen mit den Dramaturginnen Katrin Sadlowski und Anika Steinhoff geschrieben hat. Der Tod, so die These der Autorinnen, ist ein starkes Motiv, um künstliche Menschen zu erschaffen – ob in der Wissenschaft, deren Forschung letztlich auf die Überwindung der Sterblichkeit zielt, oder in der Kunst, wo wir uns «Geschichten erzählen, um zu leben» (Joan Didion).

Auf der fast schwarzen Bühne des Deutschen Theaters, die zunächst nur neun weiße Neonquadrate strukturieren, sehen Maren Eggert, Alexander Khuon und Felix Goeser mit ihren identischen Glatzen, weißen T-Shirts und grünen Leggings auf den ersten Blick fast gleich aus, übernehmen aber doch verschiedene Rollen, die sie im Laufe des zweistündigen Abends gelegentlich tauschen. Nur Mary wird stets von Maren Eggert gespielt, die kürzlich erst ganz ähnliche preisgekrönte Film-Erfahrungen gemacht hat: In Maria Schraders «Ich bin dein Mensch» datet sie als Wissenschaftlerin eine Künstliche Intelligenz, welche sie bald schon in Sachen Empathie und Einfühlungsvermögen überholt.

Die Fassung von Sadlowski, Steinhoff und Steckel erzählt einerseits den «Frankenstein»-Roman nach, erweitert ihn aber auch, indem sie die Biografie der Autorin und allgemeine Reflektionen zur Ambivalenz des menschlichen Forscher- und Schöpfungsgeists mit einbezieht.

Die gesamte Rezension von Eva Behrendt lesen Sie in Theater heute 11/21