Alles wagen

Berliner Beziehungsdramen: «Noorrrraaaaaaa» am Maxim Gorki Theater, «Frankenstein» nach Mary Shelley am Deutschen Theater

Theater heute - Logo

Hatten seit Beginn der Intendanz von Shermin Langhoff jemals zwei Schauspielerinnen, weiß wie Schneeflocken, die Bühne für sich allein, begleitet nur von einem ebenfalls weißen Harfenisten? Das Team um die erstmals am Maxim Gorki Theater inszenierende Regisseurin Leonie Böhm hat den Bruch mit der postmigrantischen Normalität am Haus dick unterstrichen: Svenja Liesau und Julia Riedler tragen weiße Jogginghosen, Shirts und Sneakers, weiße Schminke um Augen und Nasen, während hinter ihnen ihre Konterfeis noch einmal als Foto auf bühnenfüllendes Tuch projiziert sind: Gesichter komplet

t gewhitefacet, die Haare mit weißer Farbe nach hinten gekämmt. Ein Weiß, das aber auch über Hautfarbe hinausgeht, die Performerinnen in Clownsfiguren jenseits von Class, Race und Gender verwandelt.

Leonie Böhm, die zuletzt meist kanonische Dramen wie Schillers «Räuber», Tschechows «Schwestern» oder den antiken Medea-Stoff zum Anlass nahm, um darin verhandelte Konflikte in eine Situation extremer Offenheit zu übersetzen, interessiert sich diesmal für Henrik Ibsens «Nora» – von der allerdings kaum mehr übrig bleibt als der um zehn Lettern gestreckte Titel. Denn Ibsens dramatische Verwicklungen um ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Eva Behrendt

Weitere Beiträge
Premieren 11/21

AACHEN, THEATER
19. Sartre, Die schmutzigen Hände
R. Sebastian Martin
20. nach Lindgren, Die Brüder Löwenherz
R. Ewa Teilmans

AALEN, THEATER DER STADT
21. Ebel, Ox & Esel – Eine Art Krippenspiel
R. Winfried Tobias

ALTENBURG/GERA, TPT
7. Trask, Hedwig and the Angry Inch
R. Louis Villinger
12. nach Christie, Die Mausefalle
R. Jörg Steinberg
25. nach den Gebrüdern...

Mystische Weltmusik

Würde nicht André Szymanski diesen Jakob spielen und das mit einer so überzeugend lässigen Ernsthaftigkeit, mit einem so nachdenklichen, ruhigen Ton, dann wäre man am Ende etwas verstimmt. Denn an den Schluss ihrer Inszenierung der «Jakobsbücher» setzt Ewelina Marciniak einen Kommentar, der den titelgebenden Helden wohl auf den Boden der feministischen Tatsachen...

Geheime Bindung

Belästigung, Erniedrigung, Psycho-Spielchen und sexuell übergriffiges Verhalten abseits der Bühne: So lauteten die Vowürfe, mit denen Jan Fabre von einer Gruppe ehemaliger Mitglieder seiner Antwerpener Kompanie Troubleyn in einem offenen Brief konfrontiert wurde, der im belgischen Kunstmagazin «Rekto:Verso» erschien. Unmittelbarer Auslöser des Protestschreibens war...