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Rezensionen

Wiliam Moore, Esteban Berlanga; Foto: Gregory Batardon

Tschaikowsky/Spuck: «Dornröschen» in Zürich

Es ist alles anders beim neuen «Dornröschen», das Christian Spuck für sein Ballett Zürich entworfen hat. Gleichzeitig kommt einem manches bekannt vor. Anders ist zunächst einmal die Tatsache, dass man im Opernhaus dicht bei dicht sitzt, dafür aber zweieinhalb Stunden lang Nase und Mund bedecken muss. Anders ist auch der Umstand, dass aus dem «mystischen Abgrund», wie der zeitweilig auch in Zürich ansässige Richard Wagner den Orchestergraben bezeichnet hat, wohl ein Live-Klang ertönt. Aber die Philharmonia Zürich bleibt den ganzen Abend über mehr oder weniger unsichtbar. Per Glasfaserkabel wird der Ton aus dem entlegenen Probensaal am Kreuzplatz direkt ins Opernhaus übertragen, und er verliert auf dem weiten Weg weder Frische noch Farbigkeit. Bekannt kommt einem dagegen vieles auf der Bühne vor, und das liegt sicher auch an Rufus Didwiszus und Buki Shiff, die wie schon bei «Nussknacker und Mausekönig» für Dekor und Kostüme verantwortlich zeichnen. Hohe Mauern lassen ein vielgestaltiges Schloss ahnen. Und wenn auch nicht so richtig klar wird, aus welchem Grund die Feen oder die baumwollköpfigen Begleiterinnen der Carabosse zwischendurch an den Wänden hochklettern, ermöglicht das Drehpotenzial des Bühnenraums gleichwohl immer wieder reizvolle, raffi niert eingedunkelte oder vernebelte Einblicke.

Die gesamte Rezension von Hartmut Regitz lesen Sie in tanz 11/2020