Die Fakten liegen auf dem Tisch – und sie sind erschreckend. Nach wie vor ist die Zahl der weiblichen Führungskräfte nicht nur an bundesdeutschen Opernhäusern äußerst gering. Eine Handvoll Intendantinnen, dazu drei weibliche Generalmusikdirektoren – das war’s hierzulande. Daran hat auch Thomas Schmidts erhellendes Buch «Macht und Struktur im Theater» von 2020 kaum etwas geändert. Diejenigen, die im Besitz der Macht sind, verteidigen sie mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln, die (patriarchal dominierten) Hierarchien sind, scheinbar unantastbar und verkrustet, dieselben geblieben. «Opernwelt» hat vier Frauen, die den «Betrieb» aus eigener Anschauung und Tätigkeit sehr gut kennen, zu einer Gesprächsrunde gebeten, bei der es vor allem darum ging, Lösungswege freizuschaufeln, damit an den bestehenden Machtverhältnissen eines Tages vielleicht doch gerüttelt werden kann: Birgit Meyer, die nach zehn erfolgreichen Jahren unsanft aus dem Amt gedrängte Intendantin der Oper Köln, Anna Skryleva, Generalmusikdirektorin am Theater Magdeburg, Louisa Proske, Hausregisseurin und Stellvertretende Intendantin an den Bühnen Halle, und die Dramaturgin Yvonne Gebauer.
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