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Rezensionen Juli 2019

«Alceste» ist bis 30. August 2019 auf arte.tv abrufbar.

München: Gluck «Alceste»

Am 18. Juli bei den Opernfestspielen

Ballettregisseur Sidi Larbi Cherkaoui inszeniert Glucks Alceste.

Wahrscheinlich liegt es am Außenseiterstatus Sidi Larbi Cherkaouis gegenüber dem Opernbetrieb, dass er das Pathos auf leichtere Schultern nimmt als die meisten Opernregisseure. Er will «Alceste» nicht deuten, nicht interpretieren, sondern die formalen Mittel einer Körpersprache dafür finden. Edle Einfalt und stille Größe bleiben so die Messlatte für die Opfergabenprozession zu Beginn oder die häufigen stummen Auftritte der beiden Kinder des Paars. Für Belebung sorgen schließlich schon die Tänzer von Cherkaouis nach München mitgebrachter Compagnie Eastman, die mit den gesungenen Inhalten der eher statuarisch geführten Solisten und Choristen manchmal hyperaktiv konkurrieren, sie nicht selten aber auch sinnvoll kommentieren.

Schöne Bilder entstehen im Zusammenspiel, wenn etwa einige Tänzer Dorothea Röschmann, die Sängerin der Alceste, auf Tüchern in den Himmel heben wie eine erblühende Blume oder Charles Castronovo, den Sänger des Admète, auf Händen tragen wie einen in sein Publikum gefallenen Popstar. Das harmonisch fließende Bewegungsrepertoire Cherkaouis kommt fast jugendstilhaft floral daher.

Cherkaouis naiver, zwischen Frische und Einfalt pendelnder Zugang zu Glucks Klassizismus spielt die Frage an die Zuschauer zurück, wie sie es mit dem Tragischen halten mögen – wobei ihm am Premierenabend durchaus Begeisterung entgegenschlägt.

Die vollständige Rezension von Michael Stallknechtfinden Sie in Opernwelt 7/2019.

Infos.

Außerdem in Opernwelt 07/19:

Lichtwelten – Stockhausen in Amsterdam
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