Die Inszenierung soll «provozieren und verwirren». Die israelische Regisseurin Yael Ronen hat ihr Erfolgsstück des Jahres 2009, «Third Generation», überarbeitet und am Berliner Gorki Theater neu herausgebracht.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die zehn Jahre alte «Dritte Generation» wieder heraufzuholen und neu zu überschreiben?
Eigentlich wollte ich diesen israelisch-palästinensischen Konflikt nicht mehr anfassen. Die Entwicklung dort wird nur immer schlimmer in Richtung auf einen großen Konflikt, denn es gibt mittlerweile eben keine lokalen Lösungen mehr, die realistisch erscheinen. Auf keiner Ebene. Andererseits dachte ich, wenn man verstehen will, was in den zurückliegenden zehn Jahren geschehen ist, muss man noch einmal auf dieses Material zurückgreifen. Es zeigt, wie sehr sich Europa verändert hat, wie sehr sich das deutsch-israelische Verhältnis verändert hat und was zwischen Israelis und Palästinensern geschehen ist. Es gab eine Szene von Orit Nahmias über den Gewaltkreislauf zwischen Israelis und Palästinensern, und zehn Jahre später halte ich die These vom Gewaltkreislauf für eine Lüge. Man kann heute nicht mehr behaupten, es gebe zwei gleichgewichtige Seiten, die sich nur in einem Vergeltungswettlauf verfangen haben. In den letzten zehn Jahren hat sich das Kräfteverhältnis deutlich verschoben. Die beiden Seiten sind nicht mehr annähernd auf einem Level.