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Rezensionen Juni 2022

Tschaikowsky: Pique Dame in Baden-Baden

Das Wunder dieser Baden-Badener Osterfestspiel-Produktion ereignet sich im Orchestergraben, wo Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern zart und nachdrücklich, tieftraurig in kleinen Subito-Piano-Gesten, dann wieder mächtig aufrauschend, die Kühnheiten und Intensitäten dieser Partitur ausleuchtet, die Tschaikowsky für seine beste hielt – wir hören, warum. Auch, was man, ohne die schon obsessive Durchleuchtungslust dieses Dirigenten, meist nicht zu hören bekommt. Im Festspielhaus geschieht nun auch, dass die Abstimmung zwischen Orchester, Chor und Bühnenmusik für ein paar lange Momente auseinanderläuft, fast überraschend, aber hier wird eben nicht auf Nummer sicher gespielt. Es ist ein Fest der solistischen Einzelqualitäten (Klarinetten, Flöten, Pauken, Trompeten) wie des Streicherapparats, wenn in einem halsbrecherisch rasend genommenen Aufwärtslauf einmal jeder Ton zu hören ist, wenn die Bässe den Blick in Abgründe öffnen, ein Wahnsinn.

Die gesamte Rezension von Holger Noltze lesen Sie in Opernwelt 6/22