Inhalt

Rezensionen Mai 2020

Foto: Krafft Angerer

Yuval Noah Harari: (R)Evolution in Hamburg

Die Welt in 20 Jahren hat Wolfgang Menardi designt als stählerne Plattform, die vom Bühnenhimmel herabhängt, ein schwankendes Gerüst mit einem Loch in der Mitte, in dem sich der geheime Herr aller Dinge räkelt: der nach dem Rasenden der griechischen Mythologie Alecto (also fast Alexa) genannte digitale Coach des neuen Menschen. Im Gewand eines Pumuckl wechselt er geschmeidig von Spieler zu Spielerin und von Trost zu Erpressung, ein Alleswisser, der seine gespeicherten Daten kommerziell perfide einzusetzen weiß. Riesige Assoziationsräume ins Bühnengeviert zaubern Stefano di Buduos Videos: Nachrichten-Headlines, Op-Art-Zitate, flimmernde Sternenhimmel und perfekte überlebensgroße Nasen, Ohren, Augen.

Die umgeben Dr. Frank (Tim Porath), Spezialist für Erbgutoptimierung, den René (André Szymanski) und Lana (Birgit Stöger) zur Beratung fürs geplante zweite Kind brauchen; denn das erste kann beim Ballett nicht mal das Bein hinter den Kopf legen! Er, Waldorfschüler (Brutstätte des Terrors!), hat miese Gene und will das Kind als Überraschungsei, sie ist tiptop ausgestattet und will für den anvisierten Knaben nur das Beste. Die Kasse zahlt für das designte Baby, jedenfalls das Basis-Paket, das allerdings Nasen- und Ohren-Optimierung nicht enthält. Da könnte das Survivor-Paket weiterhelfen, das kostet allerdings. Oder das Baby wird Teil eines Berkeley-Experiments: Leader-of-the-Future; die Universität hat dann allerdings das Copyright.

Die gesamte Rezension von Barbara Burckhardt lesen Sie in Theater heute 5/20