Sein tollstes Theater sah ich in Berlin, wo er kaum, dass ich 1992 in der Volksbühne angefangen hatte, ebenfalls aufschlug, zunächst nicht an der Volksbühne, sondern beim Berliner Ensemble von Peter Palitzsch, Fritz Marquardt, Peter Zadek und Heiner Müller. Was er dort spielte, war toll – zum Beispiel sein Baal –, und was er in Schlingensiefs Filmen trieb («Das deutsche Kettensägen-Massaker», «Terror 2000 – Intensivstation Deutschland»), die damals entstanden, war noch toller.
Laut, exzessiv und fast immer lustig
Carl Hegemann zum Tod des Schauspielers Volker Spengler
Das machte Volker Angst. Er hasste Theaterromantik. «Wenn er das macht – auf der Bühne sterben –, dann mache ich gar nichts. Ich gehe einfach ab und in die Garderobe, zieh mich um und gehe nach Hause.» Das erzählte er mir aufgebracht im «Diener». Keine Ahnung, warum ich gerade diese Sätze so genau erinnere. Vielleicht, weil er das genau zu der Zeit erzählte, als er mit großer Selbstverständlichkeit und tiefer Traurigkeit seinen Lebenspartner Bob Dorsey pflegte, der Aids hatte und im Sterben lag – und mit dem er 20 Jahre zusammen war.
Die gesamten Erinnerungen Carl Hegemanns
an Volker Spengler finden Sie in Theater heute 4/20