Inhalt

100 Jahre Tanz

Die Rambert School of Ballet

Marie Rambert erblickt am 20. Februar 1888 in Warschau als Cyvia Ramberg das Licht der Welt. Irgendwann zwischen 1902 und 1905 wird sie in ihrer Geburtsstadt Zeugin eines Auftritts von Isadora Duncan – und nimmt erstmals 1909 selbst Ballettunterricht. Nach Paris geschickt, um dort Medizin zu studieren, gibt Rambert stattdessen Solo-Vorstellungen in privaten Salons und siedelt schon bald nach Genf über, um bei Émile Jaques-Dalcroze, dem Begründer der rhythmischen Gymnastik, in die Lehre zu gehen. Rambert wird Dalcrozes Assistentin, als dessen Bildungsinstitut für Musik und Rhythmus nach Dresden-Hellerau umzieht. 1913 besuchen Serge Diaghilew und Vaslav Nijinsky eine exemplarische Gymnastik-Vorführung und bitten Marie Rambert, Nijinsky bei der Ausarbeitung seines «Sacre du printemps» behilflich zu sein.

Rambert tritt ins Corps de ballet von Diaghilews Ballets russes ein, nimmt täglich Unterricht bei Enrico Cecchetti und arbeitet mit Nijinsky auf sämtlichen 120 «Sacre»-Proben zusammen, die übrigens größtenteils im Londoner Aldwych Theatre stattfinden. Sie ist im Mai 1913 an jenem historischen, wilden Premieren-Abend im Pariser Théâtre des Champs Elysées zugegen; und sie ist bei der Südamerika-Tournee dabei, auf der Nijinsky beschließt, Romola de Pulszky zu heiraten. Nicht zum Vergnügen Ramberts, die sich eingestehen muss, selbst in Nijinsky verliebt zu sein. 

Als der Startänzer nach der Heirat von seinem Ex-Liebhaber Diaghilew gefeuert wird, verliert auch Rambert ihr Engagement bei den Ballets russes. Nachdem sie ihre eigene Kompanie gegründet hat, wagt sie sich 1931 selbst an «Le Sacre du printemps»: Es ist eine ihrer ersten Produktionen überhaupt, sie wird viele Jahre lang im Rambert-Repertoire bleiben und gilt als einzige authentische und überzeugende Fassung, die überdauert hat.

Den gesamten Beitrag zur Geschichte Marie Ramberts
und ihrer Schule von Mike Dixon lesen Sie in tanz 3/20