Rezensionen Februar 2022
Rimsky-Korsakow: «Die Nacht vor Weihnachten» in Frankfurt
Am Ende war der Jubel groß. Wieder einmal hatte Frankfurts Intendant Bernd Loebe mit Mut zum Wagnis sein Publikum überwältigt. Und das mit einem Stück des hierzulande sträflich unterschätzten Nikolai Rimsky-Korsakow, das selbst die Kenner und Liebhaber dieses größten russischen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts noch nie auf der Bühne sehen durften. An diesem Abend, der mit artifizieller Naivität verzaubert, stimmte einfach alles. Christof Loy, der Frankfurt schon viele denkwürdige Inszenierungen schenkte, hat sich hier selbst übertroffen. In jedem Augenblick war seine Begeisterung, ja, Liebe für Rimsky-Korsakows menschlichen wie musikalischen Kosmos spürbar, aber auch die vielen seiner Kolleginnen und Kollegen abhanden gekommene Haltung, sich einem großartigen Werk zu verschreiben und ihm zum Erfolg zu verhelfen – eine Haltung, die allen Mitwirkenden bis zur zur kleinsten Rolle anzumerken war.
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Wer mit der alten, sehr hart klingenden Moskauer Aufnahme aus dem Jahr 1948 im Ohr nach Frankfurt fuhr, war überrascht, welche Vielfalt an Farben und Nuancen Sebastian Weigle der opulenten, meisterhaft instrumentierten Partitur entlockte. Er traf gleichermaßen den schwärmerischen Naturton wie den sarkastischen Spott, den tänzerischen Schwung wie die archaische Erdverbundenheit dieser Musik. Großartig in seiner spielerischen Begeisterung wie gesanglichen Prägnanz der von Tilman Michael einstudierte Chor. Ohne Ausfall die Solistenriege, die demonstrierte, dass man diese Musik gestisch deklamieren muss und dennoch zugleich mit Eleganz singen kann; überragend Julia Muzychenko, die ihre beiden großen Arien mit lyrischer Emotionalität gestaltete und die glitzernden Koloraturkaskaden gleichsam als Sahnehäubchen obendrauf setzte.
Die gesamte Rezension von Uwe Schweikert lesen Sie in der Februarausgabe von Opernwelt