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Rezensionen Februar 2021

Stefko Hanushevsky, Pablo Gwi, Foto: Krafft Angerer

John Steinbeck: «Früchte des Zorns» in Köln

Reduktion der Mittel, aber Konzentration auf Narrativität und Emotion, auf die allerschlichtesten Fragen: Was passiert als Nächstes, was fühlen die Menschen dabei? So hält man die Leute vor dem Bildschirm fest.

Die Bühne ist kahl, fast leer: Drei breite Stufen von Podesten sind im Depot 2 aufgebaut (Bühne: Thomas Dreißigacker), außer ein paar Klappstühlen und Orangenkisten kaum irgendwelche Requisiten. Hier wird nur Theater gespielt, gezeigt, nachgemacht. Aber für die Kamera. Sanchez gelingt es, beide Medien angemessen zu bedienen. Immer wieder sehen wir die Gesichter in Großaufnahme: Mutter Joad (Katharina Schmalenberg), wie sie von ihrem Sohn Tom (Séan McDonagh) Abschied nimmt, Vater Joad (Stefko Hanuschewsky), wie er verbittert sein Hab und Gut verkaufen muss. Alle 28 Nebenrollen werden von dem achtköpfigen Ensemble übernommen. Alles bleibt erkennbar gemacht, trotz der filmischen Mittel. Die Abstandsregelung der Hygieneverordnung trägt seltsamerweise auch dazu bei: Rose Joad (Kristin Steffen) und ihr Freund Connie (Elias Reichert) tanzen ihr Begehren auf Distanz. Sie tauschen ihre Sätze: Connie spricht Rose und Rose Connie. Auch die Schlägerei, bei der die Polizei die Streikenden niederknüppelt, kommt ohne Nähe aus: Gewalt und Erotik ohne Berührung.

Die gesamte Rezension von Gerhard Preußer lesen Sie in der Februarausgabe von Theater heute