Inhalt

Rezensionen Februar

bei den Proben zum «West Side Story»-Remake: Shereen Pimentel und Isaac Powell als Maria und Tony, Foto: Jan Versweyveld

Bernstein: West Side Story in New York

Ivo Van Hove verwendet für seine «West Side Story für das 21. Jahrhundert» eine Mischung aus bestehenden Filmaufnahmen und Videomaterial, das von mehreren Kameraleuten live auf der Bühne erstellt wird. So inszeniert er ein wirbelnddynamisches, vorwärtstreibendes Multimedia- Ambiente.

Anne Teresa De Keersmaekers Choreografie flutet die Bühne und taucht in die per Video eröffneten Tiefenschichten des Raumes ein. Dabei erinnert die Sogwirkung des wirbelnden Treibens an «Vortex Temporum», eine frühere Arbeit der Belgierin, die 2016 zu Livemusik von Gérard Grisey an der Brooklyn Academy of Music gezeigt wurde. In dieser «West Side Story» empfängt De Keersmaekers geerdete, kantige Bewegungssprache wesentliche Impulse aus Leonard Bernsteins synkopierter, schroffer Komposition. Dabei gelingen bisweilen wunderbare viszerale Effekte, etwa wenn sich Tony und Maria einen Gute-Nacht-Kuss geben und dabei von Mitgliedern der beiden Gangs in Tauzieh-Manier auseinandergezerrt werden – ein Körperbild, das eindringlich jene gesellschaftlichen Zentrifugalkräfte veranschaulicht, die im Musical schließlich in die Katastrophe münden.

Die ganze Besprechung von Wendy Perron finden Sie in tanz 2/20