Rezensionen Januar 2023
Alba Castillo «The Read Thread» in Kaiserslautern
Leise Klänge aus Rafael Anton Irissaris «Flowstone» lassen eine nostalgische Stimmung auf der in fahlgraues Licht getauchten Bühne aufkommen. Eine Gruppe weißgekleideter Tänzerinnen und Tänzer steht eng zusammen, Naturgeräusche wie plätschernde Regentropfen verdichten sich zunehmend zu einer mächtigen Klangwoge. Auch die Körper bewegen sich immer intensiver und suchen dabei Kontakt zueinander. Die Synchronisierung verleiht dem Geschehen den Charakter einer rituellen Handlung, sie lässt eine frappierende atmosphärische Dichte entstehen. Nahtlos gleiten in dieser nicht linearen Erzählung von Gefühlen und Bewusstseinszuständen einzelne Szenen ineinander über. Aus flächig-dräuenden Klängen kristallisieren sich Melodiefragmente heraus, während die Tänzer sich zu einer Gruppe zusammenfinden. Gesprächsfetzen wie «I wonder we should stop here» kommentieren die immer raumgreifenderen Bewegungen, die subtilste Gefühlsregungen erkunden und dabei die Verbindung zu den anderen ausloten.
Den gesamten Beitrag von Konstanze Führlbeck lesen Sie in tanz 1/23