Mats Staub befasst sich in seinen – oft installativen – künstlerischen Arbeiten mit den Biografen gewöhnlicher Menschen, häufig auf Basis von Interviews. Man könnte sagen, er sammelt Lebensgeschichten. Ihm selbst, der sich als passionierter Zuhörer begreift, geht es aber vielmehr darum, Gesprächsgelegenheiten zu schaffen und sich über Themen, die ihn beschäftigen, mit anderen Menschen auszutauschen. «Auch wenn sich das pathetisch anhört: In meiner Zeit als Dramaturgie- und Regieassistent habe ich gemerkt, dass ich nach meinem Herzen arbeiten muss. Nur dann kann ich gut sein», erzählt Staub. «Beispielsweise war das Jahr, in dem ich 21 war, sehr prägend für mich, auch wenn mir nicht ganz klar gewesen ist, wie das eigentlich zuging. Daraus ist seit 2012 das Langzeitprojekt ‹21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden› entstanden, bei dem ich mit mittlerweile 240 Personen in zwölf Ländern über das Jahr gesprochen habe, in dem sie 21 Jahre alt waren. Und es war bereichernd, mit so vielen Leuten darüber zu reden.»
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